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Dienstag, 06 Juli 2021

Verpackung aus Spargelfasern

Technologie

Verpackung aus Spargelfasern

Bei der Spargelproduktion werden große Mengen Spargel auch als Tierfutter genutzt oder landen im Müll. Eine Projektgruppe der Hochschule München suchte daher nach Möglichkeiten, Spargelabfälle für die Papier- und Verpackungsherstellung nachhaltig zu nutzen. Die Wissenschaftler untersuchten, inwiefern Spargel-Reststoffe überhaupt zur Faserherstellung für Verpackungsmaterial geeignet sind. Dazu zerfaserte das Team um Prof. Dr. Helga Zollner-Croll Spargelschalen, Endstücke und ganze Stangen durch eine Zellstoff-Mühle. Konkret suchten die Forscher nach den für die Papierherstellung wichtigen Entwässerungseigenschaften und dem Wasserrückhaltevermögen.

Das Team verarbeitete die Spargelfasern anschließend gemeinsam mit Zellstofffasern in verschiedenen Mischungen zu Laborblättern für eine Papierprüfung. Demnach eignen sich die Spargelfasern für die Herstellung von Papier, da sie ähnliche Festigkeiten wie sogenannte Sulfit-Kurzfasern haben. Im beigen Papier sind die einzelnen Spargelfasern klar erkennbar. Die raue Oberfläche eignet sich gut für Beerenverpackungen, möglicherweise kann man sogar auf Vliese oder Saugeinlagen verzichten. Am besten wäre es laut Zolnner-Croll, die Spargelfasern per Fasergussverfahren zu Schalen für Lebensmittel zu verarbeiten. Spargelfasern eignen sich gut als Verpackungsmaterial für Lebensmittel, da sie nicht vorbehandelt sind. Sie dürfen deshalb direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Noch gibt es die Beerenschalen aus Spargel nicht im Handel. Aktuell läuft die Suche nach einem Karton- und Papierhersteller in der freien Wirtschaft, der die Verarbeitungsschritte aus dem Labor in die Praxis bringt.

QUELLE:
►  Meldung Bayrischer Rundfunk vom 02.06.2021sowie auf Meldung yumda.de vom 09.06.2021

Dr. Greta Riel

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