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Montag, 14 Januar 2019

Plastikmüll in Handel und Gastronomie: Handlungsbedarf gegeben

Technologie

Plastikmüll in Handel und Gastronomie: Handlungsbedarf gegeben

Handel und Gastronomie engagieren sich zu wenig, um Kunden einen plastikarmen Einkauf zu ermöglichen. Zu diesem Schluss kommt die Verbraucherzentrale Hamburg, die über 100 Supermärkte, Fast-Food-Restaurants und Coffee-Shops zu ihren Bemühungen in Sachen Müllvermeidung befragt hat.

Nur acht der insgesamt 107 befragten Unternehmen gaben über einen Online-Fragebogen Auskunft zu Maßnahmen, die sie umsetzen, um Plastikmüll zu reduzieren. Dazu gehören z. B. Mehrwegboxen für Salate und Speisen oder Pfandsysteme für Mehrwegbecher. 99 Firmen reagierten gar nicht auf die Anfrage der Hamburger Verbraucherschützer.

Unnötige Plastik- und Umverpackungen gehören für viele Menschen zu den größten Ärgernissen im Alltag. Zahlreiche Beschwerden bei der Verbraucherzentrale zeigen: Die meisten Verbraucher wollen keine überdimensionierten „Luftpackungen“ mit großen Hohlräumen, Minimengen an Lachs und Schinken in riesigen Plastikverpackungen oder eingeschweißtes Obst und Gemüse. „Dennoch setzt die Wirtschaft Maßnahmen, um der Plastikflut Herr zu werden, nur vereinzelt, dann zuweilen klammheimlich, oder gar nicht um“, so Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie sieht angesichts der Vermüllung der Meere und des Aufkommens von Mikroplastik allerorten dringenden Handlungsbedarf.

Die Verbraucherzentrale Hamburg fordert die Umsetzung von sechs Maßnahmen, die Verbrauchern helfen, ihren Plastikmüll im Alltag zu reduzieren.

  1. Start einer bundesweiten Initiative mit verschiedenen Angeboten zur Plastikvermeidung, an der sich Händler und Gastronomen flächendeckend beteiligen. Die bislang umgesetzten Maßnahmen sind zu kleinteilig und daher ohne große Wirkung.
  2. Umgestaltung von Verpackungen, sodass weniger (Plastik-)Müll anfällt. Die Händler sollten mit ihren Eigenmarken als Vorbild vorangehen.
  3. Verschärfung der rechtlichen Vorgabe, wonach 30 % Luft in Fertigpackungen erlaubt sind.
  4. Eine verpflichtende Mehrwegquote einführen sowie mehr für Mehrwegnetze und Mehrwegbecher werben.
  5. Verbrauchern durch geeignete Maßnahmen, z. B. Rabatte, Anreize zum Plastiksparen geben.
  6. In Supermärkten und gastronomischen Einrichtungen sichtbarer und aktiver über Angebote zur Müllvermeidung informieren.

QUELLE:
► Meldung der Verbrauchzentrale Hamburg vom 05.11.2018

Dr. Jörg Häseler

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