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Artikel in Kategorie Technologie

Ein Forscherteam der Universität Göttingen und der University of British Columbia (Kanada) hat untersucht, wie Menschen in fünf verschiedenen Ländern auf verschiedene Anwendungen des Genome Editing in der Landwirtschaft reagieren. Die Forscher untersuchten, welche Anwendungen akzeptiert werden und wie die Risiken und Vorteile der neuen Züchtungstechnologien von den Menschen bewertet werden. Zwischen Juni und November 2019 sammelte das Forscherteam per Online-Umfrage die Meinungen von rund 3.700 Menschen aus fünf Ländern zu diesem Thema. Bewertet wurden fünf verschiedene Anwendungen von Gene Editing: Drei beziehen sich auf Krankheitsresistenzen bei Menschen, Pflanzen oder Tieren; und zwei beziehen sich darauf, entweder eine bessere Qualität von Produkten oder eine größere Menge an Produkten von Rindern zu erreichen.

QUELLE:
► Pressemitteilung Georg-August-Universität Göttingen vom 09.07.2021

Dr. Greta Riel

Studie zur Akzeptanz von Genome Editing bei Lebensmitteln

Bei der Spargelproduktion werden große Mengen Spargel auch als Tierfutter genutzt oder landen im Müll. Eine Projektgruppe der Hochschule München suchte daher nach Möglichkeiten, Spargelabfälle für die Papier- und Verpackungsherstellung nachhaltig zu nutzen. Die Wissenschaftler untersuchten, inwiefern Spargel-Reststoffe überhaupt zur Faserherstellung für Verpackungsmaterial geeignet sind. Dazu zerfaserte das Team um Prof. Dr. Helga Zollner-Croll Spargelschalen, Endstücke und ganze Stangen durch eine Zellstoff-Mühle. Konkret suchten die Forscher nach den für die Papierherstellung wichtigen Entwässerungseigenschaften und dem Wasserrückhaltevermögen.

QUELLE:
►  Meldung Bayrischer Rundfunk vom 02.06.2021sowie auf Meldung yumda.de vom 09.06.2021

Dr. Greta Riel

Verpackung aus Spargelfasern

Die Fraunhofer Gesellschaft hat eine innovative und nachhaltige Alternative zu Kunststoffverpackungen vorgestellt. Im Projekt „BioActiveMaterials“ entwickelten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) und des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) eine bioaktive Papierbeschichtung. Sie nutzten Papier als Basismaterial und überzogen es mit pflanzenbasierten Proteinen und Wachsen. Die so entstandene Verpackung kommt gänzlich ohne Kunststoff aus und kann ganz einfach im Altpapier entsorgt werden.

Die spezielle Beschichtung erfüllt gleich mehrere Funktionen. Zum einen dienen die Proteine als Sauerstoffsperrschicht und die Wachse als Wasserdampfbarriere, so trocknet beispielsweise Obst nicht so schnell aus. Zum anderen verleihen die biobasierten Additive antioxidative und antimikrobielle Wirkung. Fleisch und Fisch verderben dann nicht so schnell. Insgesamt wird die Haltbarkeit des Lebensmittels deutlich verlängert. 

QUELLE:
► Meldung Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) vom 18.05.2021

Dr. Greta Riel

Beschichtetes Papier ersetzt Kunststoffverpackungen

Für Milch und Fleisch gibt es inzwischen viele pflanzliche Alternativen, die nachhaltig sind. Oft hapert es jedoch noch an Geschmack und Textur. Durch Fermentation oder die Zucht von Zellkulturen lassen sich tierische Proteine aber auch naturidentisch gewinnen. In Deutschland sind zwei Start-ups Vorreiter – für echten Käse und Fisch ohne Tier.

Ein Start-up stellt naturidentischen Käse mithilfe von Mikroorganismen her. Das Genom von Hefezellen wurde so umprogrammiert, dass sie Milcheiweiß produzieren. Statt Kühen werden also Hefen gefüttert, die echtes Milchprotein produzieren. Die Emulsion reift einige Tage im Edelstahl-Fermenter. Dann wird sie mit Fetten und Kohlenhydraten weiterverarbeitet zu Mozzarella oder Ricotta. 2023 sollen die ersten tierfreien Käse auf den Markt kommen. Vermutlich zuerst in Asien, weil dort die Zulassung für Novel Food deutlich schneller geht als in der EU.

QUELLE:
► Meldung handelsblatt.com vom 07.05.2021

Dr. Greta Riel

Echter Käse und Fisch ohne Tier

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2019 in Deutschland Fleischersatzprodukte mit einem Wert von 273 Millionen Euro produziert. Eine noch stärkere dynamische Entwicklung wird für die kommenden Jahre erwartet. Die Struktur und die Konsistenz vieler Produkte zu ändern, war das Ziel eines Projektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Um die Weichen für eine gleichbleibend hohe Qualität der Alternativprodukte zu stellen, nahm das Projektteam eine Schlüsseltechnologie unter die Lupe: Die Nassextrusion, auch High-Moisture-Extrusion genannt.

Vor Beginn der Forschungsarbeiten 2015 war weitgehend unbekannt, wie der Prozess im Detail funktioniert und welche Wechselwirkungen dabei eine Rolle spielen. Die Hersteller mussten bei der Entwicklung hochwertiger neuer Produkte auf einen zeit- und kostenaufwändigen Trial-and-Error-Prozess setzen.

QUELLE:
► Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI), Best Practice-Projekt Februar 2021: Vom Nischenprodukt zum Zukunftstrend dank IGF: Forschungsteam verbessert Schlüsseltechnologie für die Herstellung pflanzenbasierter Alternativen zu Fleischprodukten; IGF-Projekt AiF 18727 N

Dr. Greta Riel

Verbesserung der Nassextrusion zur Herstellung von Veggie-Alternativen

Früchte gelangen auch als Trockenobst in den Verkauf. Wird Obst oder Gemüse durch Wärme getrocknet, können jedoch Nährstoffe zerstört werden und Aromastoffe verloren gehen. Deshalb ist das nichtthermische Trocknen von Lebensmitteln – also ohne Erwärmen –, in der Industrie besonders beliebt. Dabei kommen unter anderem Ventilatoren zum Einsatz. Ein neues, an der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) entwickeltes Trocknungsverfahren mittels Ionenwind, verspricht nun ein energieeffizienteres, schnelleres und noch schonenderes Trocknen von Lebensmitteln. 

QUELLE:
► Meldung empa.ch vom 17.11.2020

Dr. Greta Riel

Trockenfrüchte im Ionenwind

Seit 2011 können Unternehmen, aber auch Forschungseinrichten von der US-Landwirtschaftsbehörde USDA offiziell überprüfen lassen, wie eine neu entwickelte Pflanze rechtlich einzustufen ist („Am I Regulated-Prozess“). Dazu müssen sie Informationen über die Verfahren und die damit erzielte Veränderung vorlegen. Wenn bei genom-editierten Pflanzen kein „artfremdes“ Genmaterial eingeführt wurde und die Pflanze „transgen-frei“ ist, erhalten sie in der Regel grünes Licht.

Bis 2019 wurden in jedem Jahr weniger als zehn Anfragen zu genom-editierten Pflanzen und Organismen eingereicht. Die Zahl ist 2020 nun geradezu explodiert. Aufgrund niedriger Hürden haben auch kleine Unternehmen und Startups entsprechende Anfragen bei der Landwirtschaftsbehörde gestellt.

QUELLE:
► Meldung Forum Bio- und Gentechnologie e.V. vom 11.11.2020

Dr. Greta Riel

USA: Boom bei genom-editierten Pflanzen

Algen dienen der Industrie schon heute als Rohstoffquelle für Stabilisatoren oder Verdickungs- und Geliermittel, wie Agar, Alginat und Carrageen. Immer stärker in das Interesse der Forschung rückt aber auch ihr Potenzial als Kohlenhydratlieferanten für Biokunststoffe. Diese sind nicht nur biologisch abbaubar, sondern können durch zusätzliche Eigenschaften dazu beitragen, dass darin verpackte Lebensmittel länger haltbar sind. Aktuell sind die gängigen Extraktionsverfahren allerdings sehr ineffizient. In dem von der EU geförderten Forschungsprojekt BIOCARB-4-FOOD suchen Forscherinnen und Forscher nun nach nachhaltigeren Prozessen für die Gewinnung von Kohlenhydraten aus sogenannten Makroalgen, also großen Algenarten, und auch Seegras. Dabei gehen sie sowohl der Frage nach, wie diese Stoffe aus dem Rohmaterial gewonnen werden können, als auch, wie die Rückstände der schon bestehenden Extraktionsverfahren weiter genutzt und verarbeitet werden können.

QUELLE:
► Meldung Universität Hohenheim vom 30.10.2020

Dr. Greta Riel

Meeresalgen als nachhaltige Rohstoffquelle

Trinkhalme aus Papier werden als Alternativen für Kunststofftrinkhalme angeboten, um das Aufkommen von Einwegkunststoffabfall und dessen Eintrag in die Umwelt zu minimieren. Als Nassverfestigungsmittel wird bei der Produktion von Papier Epichlorhydrinharz genutzt. Hieraus können im Verarbeitungsprozess Kontaminanten, sog. Chlorpropanole wie 1,3-DCP und 3-MCPD entstehen, die in das Papier und bei längerer Benutzung auf die Lebensmittel übergehen können.

Im November 2019 untersuchte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart Papiertrinkhalme auf ihren Gehalt an 3-MCPD (3-Monochlor-1,2-propandiol), 1,3-DCP (1,3-Dichlor-2-propanol) sowie 2-MCPD (2-Monochlor-1,3-propandiol). Aus den Trinkhalmen wurde ein Kaltwasserextrakt gemäß DIN EN 645 hergestellt. Der Kaltwasserextrakt der Trinkhalme wurde anschließend aufgereinigt und nach Derivatisierung mittels GC-MS auf Chlorpropanole untersucht.

QUELLE:
► Bericht Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart vom 30.09.2020

Dr. Greta Riel

Papiertrinkhalme häufig nicht verkehrsfähig
Behr's Verlag