Passwort vergessen?

Artikel in Kategorie Technologie

Die Fraunhofer Gesellschaft hat eine innovative und nachhaltige Alternative zu Kunststoffverpackungen vorgestellt. Im Projekt „BioActiveMaterials“ entwickelten Forscher des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) und des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) eine bioaktive Papierbeschichtung. Sie nutzten Papier als Basismaterial und überzogen es mit pflanzenbasierten Proteinen und Wachsen. Die so entstandene Verpackung kommt gänzlich ohne Kunststoff aus und kann ganz einfach im Altpapier entsorgt werden.

Die spezielle Beschichtung erfüllt gleich mehrere Funktionen. Zum einen dienen die Proteine als Sauerstoffsperrschicht und die Wachse als Wasserdampfbarriere, so trocknet beispielsweise Obst nicht so schnell aus. Zum anderen verleihen die biobasierten Additive antioxidative und antimikrobielle Wirkung. Fleisch und Fisch verderben dann nicht so schnell. Insgesamt wird die Haltbarkeit des Lebensmittels deutlich verlängert. 

QUELLE:
► Meldung Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE) vom 18.05.2021

Dr. Greta Riel

Beschichtetes Papier ersetzt Kunststoffverpackungen

Für Milch und Fleisch gibt es inzwischen viele pflanzliche Alternativen, die nachhaltig sind. Oft hapert es jedoch noch an Geschmack und Textur. Durch Fermentation oder die Zucht von Zellkulturen lassen sich tierische Proteine aber auch naturidentisch gewinnen. In Deutschland sind zwei Start-ups Vorreiter – für echten Käse und Fisch ohne Tier.

Ein Start-up stellt naturidentischen Käse mithilfe von Mikroorganismen her. Das Genom von Hefezellen wurde so umprogrammiert, dass sie Milcheiweiß produzieren. Statt Kühen werden also Hefen gefüttert, die echtes Milchprotein produzieren. Die Emulsion reift einige Tage im Edelstahl-Fermenter. Dann wird sie mit Fetten und Kohlenhydraten weiterverarbeitet zu Mozzarella oder Ricotta. 2023 sollen die ersten tierfreien Käse auf den Markt kommen. Vermutlich zuerst in Asien, weil dort die Zulassung für Novel Food deutlich schneller geht als in der EU.

QUELLE:
► Meldung handelsblatt.com vom 07.05.2021

Dr. Greta Riel

Echter Käse und Fisch ohne Tier

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2019 in Deutschland Fleischersatzprodukte mit einem Wert von 273 Millionen Euro produziert. Eine noch stärkere dynamische Entwicklung wird für die kommenden Jahre erwartet. Die Struktur und die Konsistenz vieler Produkte zu ändern, war das Ziel eines Projektes der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Um die Weichen für eine gleichbleibend hohe Qualität der Alternativprodukte zu stellen, nahm das Projektteam eine Schlüsseltechnologie unter die Lupe: Die Nassextrusion, auch High-Moisture-Extrusion genannt.

Vor Beginn der Forschungsarbeiten 2015 war weitgehend unbekannt, wie der Prozess im Detail funktioniert und welche Wechselwirkungen dabei eine Rolle spielen. Die Hersteller mussten bei der Entwicklung hochwertiger neuer Produkte auf einen zeit- und kostenaufwändigen Trial-and-Error-Prozess setzen.

QUELLE:
► Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI), Best Practice-Projekt Februar 2021: Vom Nischenprodukt zum Zukunftstrend dank IGF: Forschungsteam verbessert Schlüsseltechnologie für die Herstellung pflanzenbasierter Alternativen zu Fleischprodukten; IGF-Projekt AiF 18727 N

Dr. Greta Riel

Verbesserung der Nassextrusion zur Herstellung von Veggie-Alternativen

Früchte gelangen auch als Trockenobst in den Verkauf. Wird Obst oder Gemüse durch Wärme getrocknet, können jedoch Nährstoffe zerstört werden und Aromastoffe verloren gehen. Deshalb ist das nichtthermische Trocknen von Lebensmitteln – also ohne Erwärmen –, in der Industrie besonders beliebt. Dabei kommen unter anderem Ventilatoren zum Einsatz. Ein neues, an der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) entwickeltes Trocknungsverfahren mittels Ionenwind, verspricht nun ein energieeffizienteres, schnelleres und noch schonenderes Trocknen von Lebensmitteln. 

QUELLE:
► Meldung empa.ch vom 17.11.2020

Dr. Greta Riel

Trockenfrüchte im Ionenwind

Seit 2011 können Unternehmen, aber auch Forschungseinrichten von der US-Landwirtschaftsbehörde USDA offiziell überprüfen lassen, wie eine neu entwickelte Pflanze rechtlich einzustufen ist („Am I Regulated-Prozess“). Dazu müssen sie Informationen über die Verfahren und die damit erzielte Veränderung vorlegen. Wenn bei genom-editierten Pflanzen kein „artfremdes“ Genmaterial eingeführt wurde und die Pflanze „transgen-frei“ ist, erhalten sie in der Regel grünes Licht.

Bis 2019 wurden in jedem Jahr weniger als zehn Anfragen zu genom-editierten Pflanzen und Organismen eingereicht. Die Zahl ist 2020 nun geradezu explodiert. Aufgrund niedriger Hürden haben auch kleine Unternehmen und Startups entsprechende Anfragen bei der Landwirtschaftsbehörde gestellt.

QUELLE:
► Meldung Forum Bio- und Gentechnologie e.V. vom 11.11.2020

Dr. Greta Riel

USA: Boom bei genom-editierten Pflanzen

Algen dienen der Industrie schon heute als Rohstoffquelle für Stabilisatoren oder Verdickungs- und Geliermittel, wie Agar, Alginat und Carrageen. Immer stärker in das Interesse der Forschung rückt aber auch ihr Potenzial als Kohlenhydratlieferanten für Biokunststoffe. Diese sind nicht nur biologisch abbaubar, sondern können durch zusätzliche Eigenschaften dazu beitragen, dass darin verpackte Lebensmittel länger haltbar sind. Aktuell sind die gängigen Extraktionsverfahren allerdings sehr ineffizient. In dem von der EU geförderten Forschungsprojekt BIOCARB-4-FOOD suchen Forscherinnen und Forscher nun nach nachhaltigeren Prozessen für die Gewinnung von Kohlenhydraten aus sogenannten Makroalgen, also großen Algenarten, und auch Seegras. Dabei gehen sie sowohl der Frage nach, wie diese Stoffe aus dem Rohmaterial gewonnen werden können, als auch, wie die Rückstände der schon bestehenden Extraktionsverfahren weiter genutzt und verarbeitet werden können.

QUELLE:
► Meldung Universität Hohenheim vom 30.10.2020

Dr. Greta Riel

Meeresalgen als nachhaltige Rohstoffquelle

Trinkhalme aus Papier werden als Alternativen für Kunststofftrinkhalme angeboten, um das Aufkommen von Einwegkunststoffabfall und dessen Eintrag in die Umwelt zu minimieren. Als Nassverfestigungsmittel wird bei der Produktion von Papier Epichlorhydrinharz genutzt. Hieraus können im Verarbeitungsprozess Kontaminanten, sog. Chlorpropanole wie 1,3-DCP und 3-MCPD entstehen, die in das Papier und bei längerer Benutzung auf die Lebensmittel übergehen können.

Im November 2019 untersuchte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart Papiertrinkhalme auf ihren Gehalt an 3-MCPD (3-Monochlor-1,2-propandiol), 1,3-DCP (1,3-Dichlor-2-propanol) sowie 2-MCPD (2-Monochlor-1,3-propandiol). Aus den Trinkhalmen wurde ein Kaltwasserextrakt gemäß DIN EN 645 hergestellt. Der Kaltwasserextrakt der Trinkhalme wurde anschließend aufgereinigt und nach Derivatisierung mittels GC-MS auf Chlorpropanole untersucht.

QUELLE:
► Bericht Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart vom 30.09.2020

Dr. Greta Riel

Papiertrinkhalme häufig nicht verkehrsfähig

Um die Haltbarkeit von H-Milch zu gewährleisten, müssen vorhandene Mikroorganismen und Enzyme durch kurzes Erhitzen auf Temperaturen von 135 - 140° C abgetötet bzw. inaktiviert werden. Doch die Ultrahocherhitzung hat auch Nachteile wie Kochgeschmack der behandelten Milch sowie einen Verlust an Nährstoffen. Zudem ist viel Energie aus meist fossilen Brennstoffen zur Herstellung nötig.

Wissenschaftler der Universität Hohenheim wollen die Vorteile von H- und Frischmilch vereinen: bei Raumtemperatur lagerfähig, mit frischem Geschmack und einem hohen Nährstoffgehalt. Ziel sei auch ein Herstellungsprozess, der wesentlich energieeffizienter und damit auch ökologisch dem herkömmlichen Prozess überlegen sei.

QUELLE:
►  Pressemitteilung Universität Hohenheim vom 20.07.2020

Dr. Greta Riel

H-Milch mit mehr Geschmack und Nährstoffen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat über sein Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) sieben neue Projekte zur Lebensmittelforschung auf den Weg gebracht, die vom FEI koordiniert werden.  Dr. Götz Kröner, Vorsitzender des FEI begrüßt es sehr, dass – mitten in der Corona-Krise – das richtige Signal für die Lebensmittelwirtschaft gesetzt werde. Nur mit kontinuierlicher Lebensmittelforschung für den Mittelstand seien die deutschen Produzenten in der Lage, ihre Innovationsaktivitäten fortzuführen und die Versorgung mit hochwertigen, sicheren und zugleich preiswerten Lebensmitteln zu gewährleisten.

QUELLE:
►  Meldung des Forschungskreises der Ernährungsindustrie e.V. (FEI) vom 04.05.2020

Dr. Greta Riel

Sieben neue IGF-Projekte zur Lebensmittelforschung
Behr's Verlag