Passwort vergessen?
Donnerstag, 19 März 2015

Zöliakie wird häufiger diagnostiziert

Hygiene & HACCP | QM & QS | Recht & Normen | Technologie | Gesundheit

Zöliakie wird häufiger diagnostiziert
© Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Wissenschaftler um Fabiana Zigone (University of Nottingham) untersuchten die Inzidenz der Zöliakie zwischen 1993 und 2013 und verglichen zudem die Diagnosehäufigkeit in verschiedenen sozioökonomischen Gruppen in Großbritannien. Die Daten gewannen die Forscher aus einer repräsentativen Datenbank Großbritanniens („Health Improvement Network“). Von den erfassten 2.063.421 Kindern erkrankten 1.247 an einer Zöliakie.

Im untersuchten Zeitraum wurde die Erkrankung besonders häufig bei Kindern zwischen null und zwei Jahren diagnostiziert ‒ mit einer Inzidenz von 17 bis 18 Erkrankungsfällen pro 100.000 Lebensjahren. Die Diagnoserate in dieser Altersgruppe blieb innerhalb der 20 Jahre weitestgehend stabil. Auffallend war jedoch die wesentlich häufigere Diagnose einer Zöliakie in der Gruppe der Drei- bis 18-Jährigen. Zwischen 1993 und 1997 sowie zwischen 2008 und 2012 verdreifachte sich die Zahl der neu diagnostizierten Fälle. Unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Status zeigte sich, dass Kinder aus sozial schwächeren Schichten seltener die Diagnose einer Zöliakie erhielten. Von 2008 bis 2013 betrug die Inzidenz in den sozioökonomisch schwächsten Schichten 10,2 Fälle pro 100.000 Personen gegenüber 17,4 Fällen pro 100.000 in der einkommensstärksten Schicht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die steigende Inzidenz der Zöliakie auf verbesserte Diagnosemöglichkeiten und eine größere Sensitivität der Ärzteschaft für die Erkrankung zurückzuführen ist.

Eine Zöliakie ist eine Unverträglichkeit des Weizenproteins Gluten ‒ neben den häufigen Symptomen wie Verdauungsbeschwerden, Steatorrhoe und Schmerzen kann sich die Krankheit auch untypisch manifestieren und zu diffusen Symptomen wie Anämie, Osteopenie oder Entwicklungsverzögerung bei Kindern führen.

► Deutsches Ärzteblatt vom 28.01.2015
► British Medical Journal (DOI: 10.1136/archdischild-2014-307105)

Bild: www.pixelio.de

Interessantes im Behrs Shop

Behr's Verlag