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Montag, 23 März 2015

Produktspezifische Besonderheiten der Kennzeichnung bei Trockenfrüchten

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Produktspezifische Besonderheiten der Kennzeichnung bei Trockenfrüchten
© Rainer Sturm / pixelio.de

Trockenfrüchte wie z. B. getrocknete Aprikosen, Pflaumen oder Äpfel, aber auch getrocknete Feigen und Datteln sowie Rosinen, Cranberries und Kirschen werden vom Konsumenten gerne zum Kochen und Backen genutzt oder auch als Snack verzehrt. Die Abgabe erfolgt häufig in 200 g Beuteln, andere Packungsgrößen
sind im Markt aber auch zu finden. Es gibt keine produkt-spezifischen gesetzlichen Vorschriften, allerdings gibt es seit 2008 im Rahmen der Leitsätze für Obsterzeugnisse auch Regelungen für Trockenfrüchte. Dazu kommen für einige Produkte auch UNECE Standards.

Allgemeine Kennzeichnungsbestimmungen

Die für den Verbraucher abgepackten Trockenfrüchte unterliegen der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Danach muss selbstverständlich angegeben werden, welche Art Trockenfrucht sich in der Packung befindet. Bei einer Monopackung entfällt die Verpflichtung zur Erstellung einer Zutatenliste, da das Erzeugnis nur aus einer bestimmten Zutat, nämlich z. B. getrockneten Feigen, besteht (Art. 19 Abs. 1 e) LMIV).
Bei einer Mischung von verschiedenen Sorten getrockneter Früchte müssen diese im Zutatenverzeichnis gemäß Art. 9 Abs. 1 b) LMIV aufgeführt werden.
Abweichend von der Verpflichtung, dass die Zutaten in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils zum Zeitpunkt ihrer Verwendung bei der Herstellung des Lebensmittels angegeben werden müssen (Art. 18 Abs. 1 LMIV), können die einzelnen Zutaten in unbestimmter Reihenfolge mit einem Hinweis wie „in veränderlichen Gewichtsanteilen“ aufgeführt werden, wenn sich ihr Gewichtsanteil nicht wesentlich unterscheidet. Diese Ausnahmeregelung des Art. 18 Abs. 4 i. V. m. Anhang VII Teil A Nr. 4 LMIV kann hier Anwendung finden, da die Reihenfolge aufgrund eines wechselnden Rohstoffangebots unrichtig werden kann und es abfülltechnisch zudem nicht ausgeschlossen werden kann, dass die einzelnen Mengen variieren.
Sollten Trennmittel bei der Produktion eingesetzt worden sein,
wie z. B. Sonnenblumenöl o. ä., so sind diese ebenfalls im Zutatenverzeichnis aufzuführen.

► http://www.behrs.de/lebensmittelkennzeichnung.html

Bild: www.pixelio.de

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

Praxishandbuch Lebensmittelkennzeichnung

Kennzeichnung von Backwaren

Behr's Verlag