Montag, 21. September 2020

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Artikel in Kategorie Recht & Normen

Colistin gilt als Reserveantibiotikum für die Behandlung von Infektionen mit multiresistenten Bakterien wie beispielsweise Acinetobacter baumanii, ein Keim, der in Krankenhäusern zu erheblichen Problemen führen kann. Das Auftreten und die Verbreitung dieses Erregers am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und die damit verbundenen Probleme im Januar/Februar 2015 haben zu einer erheblichen Aufmerksamkeit in den Medien geführt. Vor diesem Hintergrund haben jüngste Erkenntnisse über die sich offenbar weltweit immer mehr verbreitende Resistenz gegen das Antibiotikum Colistin besondere Aufmerksamkeit gefunden. Sie werden als „Alarmsignal“ interpretiert, auch mit Medikamenten für Masttiere besonders sorgfältig umzugehen.

Quellen:
► Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2016/01/uebertragbare_colistin_resistenz_in_keimen_von_nutztieren_in_deutschland-196144.html
► Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: www.ml.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=1810&article_id=140010&_psmand=7
► The Lancet Infectious Diseases (DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1473-3099(15)00424-7)

Antibiotikaresistenz: „Reserveantibiotikum“ Colistin betroffen!

Im Jahr 2015 hat die EU-Kommission zur Bekämpfung betrügerischer Praktiken verstärkt Kontrollen in Hinblick auf die Authentizität von Honig und der Substitution von Fischarten durch die Überwachungsbehörden vorgenommen.

Quelle: EU-Kommission:
http://ec.europa.eu/food/safety/docs/official-controls_food-fraud_honey_control-plan-results.pdf
http://ec.europa.eu/food/safety/official_controls/food_fraud/fish_substitution/tests/index_en.htm

Betrug bei Honig und Fischen – Ergebnisse des EU-Kontrollplans 2015

Im Amtsblatt der EU wurde die Verordnung (Euratom) 2016/52 vom 15.01.2016 „zur Festlegung von Höchstwerten an Radioaktivität in Lebens- und Futtermitteln im Falle eines nuklearen Unfalls oder eines anderen radiologischen Notfalls und zur Aufhebung der Ratsverordnung (Euratom) Nr. 3954/87 und der Kommissionsverordnungen (Euratom) Nr. 944/89 und (Euratom) Nr. 770/90“ veröffentlicht. Mit der VO (Euratom) Nr. 2016/52 wird ein System eingerichtet, das es der EU ermöglicht, im Falle eines nuklearen Unfalls oder eines anderen radiologischen Notfalls geeignete Höchstwerte an Radioaktivität für Erzeugnisse, die in Verkehr gebracht werden sollen, festzulegen.

QUELLE:
► BLL Rundschreiben (nur für Mitglieder zugänglich) Nr. 94 des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) vom 11.02.2016

Lebens-/Futtermittel: Radioaktivität im Falle eines nuklearen Unfalls

Die Versorgung der Passagiere und Mannschaft auf Kreuzfahrtschiffen stellt eine besondere Herausforderung dar. Zum einen bietet bei den Passagieren die Altersstruktur eine große Vielfalt – vom Kleinkind bis zum Senioren – und zum anderen handelt es sich um Vollverpflegung vom „early bird“ Frühstück bis zum Mitternachtssnack. Diese langen Öffnungszeiten erfordern auch in der Küche mindestens ein Zwei-Schichten-System. Weiterhin gibt es für die Gäste die Möglichkeit, sich aus einer reichlichen Büffetauswahl zu bedienen oder in speziellen Restaurants à la carte zu speisen.

Quelle: HACCP leicht gemacht, Behr's Verlag

Verpflegung auf Kreuzfahrtschiffen

Bei Herstellung, Behandlung und Verarbeitung, Transport, Lagerung und Verkauf von Lebensmitteln sind die Einflüsse auszuschalten, die Erkrankungen des Menschen nach Verzehr eines Lebensmittels erwarten lassen. Deshalb führen Lebensmittelbetriebe Eigenkontrollen durch. Innerhalb dieses Eigenkontrollsystems soll das HACCP-Konzept zur Abwehr solcher gesundheitlicher Gefahren dienen, die spezifisch anzusprechen, d. h., zu identifizieren, zu bewerten, kontinuierlich zu erfassen und zu beherrschen sind.


Quelle: Handbuch Lebensmittelhygiene, Behr’s Verlag

Hazard Analysis and Critical Control Point (HACCP)-Konzept

Vom 04. bis 08. April 2016 findet die 10. Sitzung des Codex-Komitees über Kontaminanten in Lebensmitteln (CCFH) in Rotterdam (Niederlande) statt. Hauptaufgabe dieses Komitees ist die Ausarbeitung von zulässigen Höchstgehalten für Kontaminanten in Lebensmitteln und deren Einarbeitung in einen Generalstandard für die Aufstellung von Identitäts- und Reinheitsanforderungen.

Quelle:
www.codexalimentarius.org/meetings-reports/en/

Codex-Komitee über Kontaminanten in Lebensmitteln: Aktuelle Themen

In der EG VO Nr. 852/2004 und Nr. 853/2004 sind grundsätzliche Hygieneforderungen zum Thema Temperatur enthalten. Unbestimmte Rechtsbegriffe (Raumtemperatur, geeignete Temperatur, Beförderungstemperatur, Temperaturniveau, Aufbewahrungstemperatur, Lagertemperatur, Temperaturanforderungen) über einzuhaltende Temperaturen werden verwendet, die von „allen“ Beteiligten unterschiedlich ausgelegt werden können. Es fehlen „vergleichbare Hygienestandards“ für konkrete Vorgaben und Definitionen über die tatsächliche Einhaltung von Kühltemperaturen. „Betroffene“ entlang der Kühlketten müssen sich hier an wenig konkrete Normen und Leitlinien orientieren.

Temperaturvorgaben gibt es für Lebensmittel tierischer Herkunft, für pflanzliche Lebensmitteln fehlen sie.

Quelle: HACCP leicht gemacht B. Behr‘s Verlag

Temperaturarten gemäß Hygienepaket und nationalen Rechtsnormen

Am 13.01.2016 wurde im EU-Amtsblatt die Durchführungsverordnung (EU) 2016/24 der Kommission vom 08.01.2016 „zur Festlegung besonderer Bedingungen für die Einfuhr von Erdnüssen aus Brasilien, Capsicum annuum und Muskatnuss aus Indien und Muskatnuss aus Indonesien sowie zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 669/2009 und (EU) Nr. 884/2014“ veröffentlicht. Die VO (EU) 2016/24 verweist auf die VO (EG) Nr. 669/2009, in der bereits verstärkte amtliche Kontrollen für die Einfuhr von Erdnüssen aus Brasilien, Capsicum annuum und Muskatnuss aus Indien und Muskatnuss aus Indonesien im Hinblick auf ihre Kontamination mit Aflatoxinen festgelegt wurden.

QUELLE:
► BLL Rundschreiben (nur für Mitglieder zugänglich) Nr. 25 des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) vom 13.01.2016

Aflatoxine: Festlegung besonderer Bedingungen bei der Einfuhr bestimmter Produkte aus Drittländern

Bereits im Jahr 2013 wurde im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin die Zentralstelle G@ZIELT eingerichtet, um den stetig wachsenden Online-Handel mit Lebensmitteln, aber auch Kosmetika, Küchenartikeln, Spielzeug, Kleidung und Futtermitteln, wirksam kontrollieren zu können. Nunmehr haben Bund und Länder eine Vereinbarung geschlossen, dass die Zentralstelle zur Kontrolle des Internethandels dauerhaft eingerichtet wird. Damit kann in Zukunft der Online-Handel wirksam kontrolliert und gezielt gegen den Verkauf unsicherer Produkte vorgegangen werden, sodass nach Auffassung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) der Verbraucherschutz in Deutschland auch im Online-Lebensmittelhandel effektiv durchgesetzt wird.

Quelle:
► Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL): www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2016/003-SC-EinkaufInternet.html;jsessionid=3233E695500A1737D161F03988231074.2_cid288
► Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): www.bvl.bund.de/DE/02_Futtermittel/01_Aufgaben/06_UeberwachungInternethandel/ueberwachung_internethandel_node.html

Lebensmittel im Internethandel: Zentralstelle beim BVL etabliert
Behr's Verlag