Donnerstag, 24. September 2020

Passwort vergessen?
Dienstag, 21 April 2020

Qualität von direkt gepressten Apfelsäften

QM & QS

Qualität von direkt gepressten Apfelsäften

Im Jahre 2019 wurden vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Sigmaringen Apfelsäfte deutscher Hersteller untersucht. Es sollte untersucht werden, inwieweit sich die Qualität der Ernte 2018 auf dem Markt bemerkbar machte. Die Apfelsäfte der Ernte 2018 zeichneten sich durch eine sehr hohe lösliche Trockensubstanz (gemessen als „°Brix“) aus. Diese besteht hauptsächlich aus Zucker.

Die Untersuchungsergebnisse des Jahres 2019 zeigen, dass die Brix-Werte in direkt gepressten Apfelsäften deutscher Hersteller über das Jahr hinweg relativ hoch waren und somit die Ernte 2018 widerspiegelten. Der Jahresdurchschnitt von 2019 lag mit 12,8 °Brix deutlich höher als in den Vorjahren.

Betrachtet man die Brix-Werte des Jahres 2019 in Abhängigkeit von der Größe der Herstellungsbetriebe, dann fällt auf, dass die Säfte kleinerer Betriebe im Durchschnitt bei 13,3 °Brix, die der großen Betriebe aber bei 12,6 °Brix und somit deutlich niedriger lagen.

Eine naheliegende Erklärung hierfür ist, dass bei großen Betrieben, die überregional aufgestellt sind, in der Regel Apfelsäfte verschiedener Qualität, Erntejahre und Herkunft verschnitten werden, um gleichbleibende Qualität und Spezifikationsgrenzen von Handelsunternehmen zu erreichen. Hierfür müssen allerdings große Mengen Apfelsaft (mehr als ein Drittel) mit der geforderten Mindestqualität zugemischt werden, um aus einem Apfelsaft mit 13,5 °Brix ein Erzeugnis mit 12,2 °Brix herzustellen. Bei kleinen regionalen Herstellern - wie z.B. Direktvermarktern - kommt dagegen beim Verbraucher direkt die Qualität an, die das jeweilige Erntejahr hergibt. Naturgemäß muss hier mit Schwankungen gerechnet werden.

QUELLE:
►  Bericht Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Sigmaringen vom 29.01.2020

Dr. Greta Riel

Interessantes im Behrs Shop

Behr's Verlag