Samstag, 22. September 2018

Passwort vergessen?
Montag, 02 Juli 2018

Isoglukose und Saccharose: Gesundheitliches Gefährdungspotenzial vergleichbar

QM & QS | Gesundheit

Isoglukose und Saccharose: Gesundheitliches Gefährdungspotenzial vergleichbar

Isoglukose („High Fructose Corn Syrup“ (HFCS)) mit einem hohen Anteil an dem freien Monosaccharid (Einfachzucker) Fruktose wird in der Lebensmittelindustrie zur Süßung verarbeiteter Lebensmittel (z. B. Softdrinks, Cremes, Kuchen) eingesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde gefragt, ob von Isoglukose ein besonderes gesundheitliches Risiko gegenüber anderen Süßungsmitteln (z. B. Saccharose (Haushalts-, Rüben-, Rohrzucker)) ausgeht. Isoglukose enthält variable Anteile der Monosaccharide Glukose und Fruktose in unverbundener Form, d. h., sie liegen als Einfachzucker vor. Bei der Saccharose liegen Glukose und Fruktose im Mengenverhältnis von genau 1:1 in jeweils verbundener Form als Disaccharid vor.

Bei aktuell häufig eingesetzten Varianten von Isoglukose liegen Glukose und Fruktose ungefähr in vergleichbaren Mengen vor ‒ die Differenz ist in Bezug auf den Fruktose-Gehalt im Vergleich zu Saccharose relativ gering. In diesem Fall ist zu erwarten, dass sich zwischen Isoglukose und Saccharose aus ernährungsphysiologischer Sicht keine bzw. keine bedeutsamen Unterschiede ergeben und dementsprechend auch deren gesundheitliche Bewertung vergleichbar ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich die Verzehrsmenge an zugefügtem Zucker insgesamt nicht nennenswert erhöht. Sollten verarbeiteten Lebensmitteln Isoglukose-Varianten mit deutlich höherem Anteil an Fruktose zugesetzt werden, ist darauf hinzuweisen, dass der Verzehr hoher Mengen an Fruktose ungünstige Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben kann. Dabei geht es um eine mögliche Begünstigung des metabolischen Syndroms sowie von Fettstoffwechselstörungen, Fettleber, Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2. Zudem sind für Fruktose bestimmte Unverträglichkeiten bekannt. Als wissenschaftlich gesichert gilt, dass der regelmäßige übermäßige Verzehr von zu Lebensmitteln zusätzlich zugesetztem Zucker (inkl. zugesetzter Fruktose) nachteilig für die Gesundheit ist und reduziert werden sollte.

KURZGEFASST:
BfR: „Verbraucher und Verbraucherinnen sollten darauf achten, dass die tägliche Aufnahme an zugesetztem Zucker 10 % der täglichen Gesamtenergieaufnahme über Nahrungsmittel einschließlich Getränken nicht übersteigt, wenn möglich sollte der Konsum von zugesetztem Zucker noch darunter liegen ‒ ein Erwachsener mit einem Energiebedarf von etwa 2.000 Kilokalorien sollte rechnerisch pro Tag nicht mehr als sechs bis zwölf Teelöffel an zugesetztem Zucker über alle Lebensmittel einschließlich Getränken verzehren.“

QUELLE:
► Mitteilung Nr. 19 des BfR vom 08.06.2018

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

Interessantes im Behrs Shop

Behr's Verlag