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Freitag, 02 Januar 2015

Immun-Gen macht resistent gegen Typhus

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Immun-Gen macht resistent gegen Typhus
© roedi007 / pixelio.de

 

Träger einer Variante im Immun-Gen HLA-DRB1 besitzen eine natürliche Resistenz gegen Typhus und Paratyphus. Forscher um Sarah Dunstan (Nossal Institute of Global Health (Melbourne)) haben in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) eine genetische Variante im HLA-DRB1-Gen entdeckt, deren Träger einen fast fünffach größeren Schutz vor der Krankheit hatten als Träger anderer Genvarianten. Das HLA-DRB1-Gen, das sich auf dem Chromosom 6 befindet, ist an der Regulation des Immunsystems beteiligt. Dunstan vermutet, dass die Genvariante die Immunantwort auf die Salmonellen beschleunigt und möglicherweise eine Ausbreitung im Körper verhindert. Die Erreger S. Enterica Typhi und S. Enterica Paratyphi infizieren zunächst Darmzellen, gelangen aber schon bald in Lymphgewebe, Leber und Gallenblase. Es gibt zwar Impfstoffe gegen S. Typhi, diese haben aber nur eine begrenzte Wirksamkeit und können bei kleinen Kindern (der am meisten gefährdeten Gruppe) nicht angewendet werden. Gegen S. Paratyphi, der in Asien stark verbreitet ist, gibt es derzeit keine Impfung.

Der klassische Typhus abdominalis, eine mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Benommenheit einhergehende systemische Salmonelleninfektion, und seine mildere Variante Paratyphus sind in Deutschland selten geworden ─ in vielen Ländern mit unzureichender Hygiene bilden sich schnell fäkal-orale Übertragungsketten, und laut Schätzungen erkranken weltweit jedes Jahr 26,9 Mio. Menschen, von denen 200.000 am Typhus sterben.

► Deutsches Ärzteblatt vom 12.11.2014
► Nature Genetics (2014, DOI: 10.1038/ng.3143)

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