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Montag, 31 August 2015

Grillfleisch im Visier von ÖKO-TEST

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Grillfleisch im Visier von ÖKO-TEST
© Rainer Sturm / www.pixelio.de

ÖKO-TEST kaufte 13 Proben abgepackte, marinierte Grillsteaks (Schweinenackensteaks) in Supermärkten, Discountern, Verbrauchermärkten und Bio-Läden ein. Das Magazin wollte wissen, unter welchen Haltungsbedingungen die Schweine, deren Fleisch gekauft wurde, gemästet worden waren. Außerdem wurden die Proben sensorisch, mikrobiologisch und auf Rückstände an Tierarzneimitteln untersucht.

Zur Information über die Haltungsbedingungen erhielten die Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe Fragebogen, in denen Angaben zur Rasse, zur Haltungsform, zu Amputationen im Ferkelalter, zur Gabe von Antibiotika und zur Verwendung von Genfutter zu beantworten waren. Lediglich drei Höfe haben alle Fragen beantwortet, darunter die beiden in der Testserie erfassten Bio-Betriebe. ÖKO-TEST räumt allerdings ein, dass die Rückverfolgung für die Betriebe eine große Herausforderung darstellt. So kamen z.B. für eine zur Untersuchung ausgewählte Charge 160 Tiere in Frage, die auf 25 verschiedenen Höfen gemästet wurden. Die Mehrzahl der Betriebe lehnte daher die Beantwortung der Fragebögen ab und verwies auf den großen Aufwand, der mit entsprechend hohen Kosten verbunden sei.

Nach den wenigen beantworteten Fragebögen wurden in den Bio-Betrieben keine Schwänze kupiert und keine Zähne abgeschliffen. Die betäubungslose Kastration findet teilweise statt. In dem konventionellen Betrieb, der als einziger den Fragebogen ausfüllte, finden diese Verfahren allerdings überwiegend statt. Im Gegensatz zur Bio-Haltung haben die Schweine dort eine deutlich geringere Stallfläche zur Verfügung, sie haben keinen Zugang zum Freiland und zu Stroh. Die Trennung von der Muttersau erfolgt in der konventionellen Zucht in der Hälfte der Zeit als im Bio-Betrieb.

Die analytisch-chemische Untersuchung ergab in einem Fall den Nachweis geringer Mengen des Antibiotikums Doxycylin. Nach der mikrobiologischen Untersuchung waren ein Erzeugnis mit ESBL-bildenden E. coli, eines mit methicillin-resistenten Staphylokokkus aureus (MRSA) und ein Produkt mit beiden Keimen belastet. Die genannten Keimarten sind antibiotikaresistent. Mehrere Erzeugnisse waren erhöht mit Keimen belastet. In einem Fall ging dies einher mit einem stark abweichenden Geruch und graugrünlichen Verfärbungen, Das Erzeugnis war als nicht mehr verkehrsfähig zu beurteilen.

► ÖKO-TEST Ausgabe Juli/2015 S. 28 ff.

Bild: www.pixelio.de

Wichtige Informationen über pathogene Mikroorganismen finden Sie in unserer Broschüre Pathogene Mikroorganismen: Staphylococcus aureus.

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