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Donnerstag, 22 Januar 2015

Gluten-Intoleranz: Mechanismus aufgedeckt

Hygiene & HACCP | QM & QS | Gesundheit

Gluten-Intoleranz: Mechanismus aufgedeckt
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Getreidehaltige Lebensmittel (z. B. Brot, Nudeln, Bier) bereiten vielen Menschen Bauchschmerzen – sie reagieren auf das enthaltene Klebereiweiß Gluten. Bislang gibt es kein Medikament, das die Verträglichkeit erhöht, und den Betroffenen bleibt nur strikte Abstinenz. Dänische Forscher um Prof. Thomas Jørgensen haben den molekularen Mechanismus aufgedeckt, der hinter dem Bauchgrimmen steckt.

Gluten-Intoleranz zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Das Klebereiweiß aktiviert das Immunsystem des Körpers und bildet daraufhin Antikörper, die ein spezielles Enzym im Körper angreifen (Transglutaminase 2). Die Transglutaminase 2 ist ein Eiweiß in der Darmschleimhaut ─ es verarbeitet das im Gluten enthaltene Glutamin. Wird dieses von den Antikörpern attackiert, entzündet sich die Darmschleimhaut. Folgen sind Bauchkrämpfe und Durchfall, langfristig wird die Schleimhaut so destabilisiert und verändert, dass sie nicht mehr ausreichend Nährstoffe in den Körper schleusen kann.

In Laborexperimenten haben die dänischen Wissenschaftler mehr über die Interaktion von Antikörper und Enzym herausgefunden. Sie haben Einblick gewonnen, wie die Antikörper reagieren, wenn sie auf das Enzym treffen, und herausgefunden, wie das Enzym unter verschiedenen Bedingungen seine Struktur verändert.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie verträgt wenigstens einer von 500 Menschen in Deutschland kein Gluten, allerdings haben 80 bis 90 % von ihnen untypische oder keine Symptome und wissen daher meist nichts von ihrer Erkrankung ─ nur bei 10 bis 20 % der Betroffenen liegt aber das Vollbild der Zöliakie vor.

► NetDoktor vom 21.11.2014
► Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) (DOI: 10.1073/pnas.1407457111)

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