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Dienstag, 04 Juli 2017

Arsen in Geflügelmast toxischer als angenommen?

Hygiene & HACCP | QM & QS

Arsen in Geflügelmast toxischer als angenommen?

Einer Untersuchung kanadischer Wissenschaftler zufolge könnte die Verwendung von arsenhaltigen Futterzusatzstoffen in der Geflügelmast bedenkliche Folgen für die Gesundheit der Konsumenten haben. Nach Angaben der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass der Abbau des Arsens im Stoffwechsel der Tiere über Zwischenstufen verläuft, die wesentlich toxischer sind als die Ausgangsstoffe. Im Rahmen einer Studie mit 1.600 Hühnern wurden Leberproben der mit dem Mastmittel „Roxarsone“ („Rox“) behandelten Tiere analysiert.

Schon zuvor hatten die Experten eine Reihe verschiedener arsenhaltiger Spezies in Hühnchenleber, Brustfleisch und Schlachtabfällen ermittelt. Insgesamt elf Verbindungen konnten identifiziert werden. Tests sprechen dafür, dass der Abbauprozess von „Rox“ über Arsenverbindungen verläuft, die 300- bis 30.000-fach toxischer sind als das Arsen in den Derivaten des Ausgangsstoffes. Laut der GDCh muss untersucht werden, ob und in welcher Konzentration diese hoch toxischen Zwischenstufen in behandelten Hühnchen vorkommen. In der Geflügelindustrie wird die Gabe von „Rox“ in der Regel fünf Tage vor der Schlachtung beendet, jedoch haben auch Leberproben, die nach diesem Intervall entnommen wurden, immer noch Rückstände enthalten, die zumindest beim Verzehr von Hühnchenleber bedenklich sein könnten.

HINTERGRUND:
Arsenhaltige Futterzusatzstoffe sind in der EU seit 1999 und in Nordamerika seit 2013 verboten ‒ der Einsatzzweck besteht in der Vorbeugung vor Parasiteninfektionen und in der Steigerung der Gewichtszunahme.

QUELLE:
► Angewandte Chemie vom 04.05.2017 (DOI: 10.1002/anie.201700736)

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

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