Sonntag, 20. September 2020

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Artikel in Kategorie QM & QS

Um Lebensmittelskandalen besser vorbeugen und Krisen zu bewältigen, hat Rheinland-Pfalz eine interdisziplinäre Kontrolleinheit eingerichtet, die kritische Lebensmittelbetriebe und Warenströme im Auge behält und im Fall des Falles landesweit einschreitet. Die Kontrolleinheit wurde dauerhaft im Landesuntersuchungsamt (LUA) angesiedelt und sie nahm im Herbst 2014 ihre Arbeit auf. Die Kernmannschaft besteht aus fünf Personen der Fachdisziplinen Lebensmittelchemie, Lebensmittelkontrolle, Lebensmittetechnologie und Veterinärmedizin.

Interdisziplinäre Kontrolleinheit in Rheinland-Pfalz

In allen, von 14 im Auftrag von ÖKO-EST getesteten Proben Säuglingsanfangsnahrung wurden Perchlorat- und Chlorat-Rückstände festgestellt. In 10 Fällen war der Chlorat-Wert „erhöht“ (Werte > 0,01 mg/kg), bei einem Bio-Erzeugnis war der Wert „stark erhöht“ (über 0,1 mg/kg). Bei zwei konventionellen Produkten kam es zur Überschreitung des ADI-Werts (akzeptable tägliche Aufnahme) für Chlorat.

Chlorat in Muttermilchersatz

Für Verbraucher sind aus Pflanzen, Algen, Pilzen oder Flechten gewonnene Extrakte und Präparate mittlerweile in Form von Nahrungsergänzungsmitteln leicht zugänglich geworden. Des Weiteren gibt es einen Trend pflanzliche Zubereitungen auch für die normale Kost zu verwenden. Unter den pflanzlichen Materialien befinden sich jedoch einige, die ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen können. Zu einer Vielzahl der darin enthaltenen bioaktiven Substanzen fehlen jedoch Daten zur Sicherheit.

Sicherheit von pflanzlichen Zubereitungen

Der Europäische Verbraucherverband (BEUC = Bureau Européen des Unions de Consommateurs) forderte in seinem Brief vom 10.02.2015 an den EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis bei alkoholhaltigen Getränken eine Zutatenliste mit der vollständigen Angabe der Zutaten und die Angaben des Brennwertes verbindlich festzulegen. Die Generaldirektorin des BEUC Frau Monique Goyens weist in dem von Ihr unterzeichneten Brief darauf hin, dass zur Zeit der Verbraucher zwar erfährt was eine Flasche Milch oder Saft enthalten, nicht jedoch eine Flasche Whisky oder Bier.

Brennwertkennzeichnung bei alkoholhaltigen Getränken

Es handelt sich hierbei um natürlich auftretende unerwünschte Stoffe (Wirkstoffe), die als solche (als Aromastoffe) nicht verwendet werden dürfen. Für bestimmte sogenannte „active principles“ gelten Höchstmengen in solchen Lebensmitteln, die erheblich zu ihrer Aufnahme durch in diesen Lebensmitteln enthaltene Aromen und/oder Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften beitragen.

„Active principles“ – Biologisch aktive Substanzen – BAPs- was Sie wissen sollten

Die Lebensmittelzeitung berichtete in Ihrer Ausgabe vom 20.02.2015 über eine Initiative des Verbands EuroFoodDrink über einheitliche Ansätze für die sogenannte „kann…. enthalten“- oder Spurenkennzeichnung von unbeabsichtigt vorhandenen Allergenen. Die gewählten Wortlaute, um auf unbeabsichtigte Spuren an Allergenen aufmerksam zu machen, sind derzeit sehr unterschiedlich.

„Kann Spuren von … enthalten“

Die Stiftung Warentest ließ 21 Proben Hackfleisch testen. Dabei wurden in 8 Fällen resistente Keime, darunter 5 Proben mit MRSA-Keimen (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus), 2 mit Keimen mit ESBL (Extended Spectrum beta-Laktase) bildenden Enzymen und eine Probe mit beiden Keimarten, entdeckt. Das Risiko einer Übertragung von MRSA über Lebensmittel auf den Menschen wird derzeit als gering eingeschätzt.

Resistente Keime in Hackfleisch

In 2014 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover des LAVES 52 Proben Siedegebäcke, insbesondere Berliner, Spritzkuchen, Quarkbällchen, Donuts etc., unter die Lupe genommen. Prozesskontaminanten waren nur im Spurenbereich nachweisbar. In einer von 13 untersuchten Proben wurde der Farbstoff E 120 (Echtes Karmin) ohne Kenntlichmachung festgestellt. Ein Drittel der Gebäcke (29 %) wurde mit gehärtetem Siedefett hergestellt (Gehalte an Transfettsäuren 16,3 bis 30,8 % im Fettanteil).

Alles ok bei Berliner und Co?

Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland entsorgt Altmedikamente über das Waschbecken oder die Toilette. Zu diesem Ergebnis kommt eines der zwölf Projekte, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seiner Fördermaßnahme „Risikomanagement von neuen Schadstoffen und Krankheitserregern im Wasserkreislauf“ (RiSKWa) gefördert hat. Verschiedene Projekte untersuchten, wie bereits ins Wasser gelangte Spurenstoffe durch zusätzliche Reinigungsschritte in Kläranlagen entfernt werden können.

Entsorgung von Altmedikamenten über die Toilette

Emulgatoren stecken in Speiseeis, Schokolade, Wurstwaren, Fertiggerichten und Brot und verbessern die Konsistenz von Lebensmitteln, die Fett und Wasseranteile enthalten. Emulgatoren stören aber offenbar die Darmflora und fördern so Entzündungen im Darm ebenso wie Übergewicht. Forscher um Benoit Chassaing (Georgia State University) haben Mäusen die Emulgatoren Polysorbat 80 (E 433) und Carboxymethylcellulose (E 466) in das Trinkwasser gemixt.

 Dick und krank durch Emulgatoren?
Behr's Verlag