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Dienstag, 21 März 2017

Toxikologische Referenzwerte für Fusarien-Toxine

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | QM & QS | Gesundheit

Toxikologische Referenzwerte für Fusarien-Toxine

Ende 2011 hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine wissenschaftliche Stellungnahme zu den Risiken durch die Fusarien-Toxine (Mykotoxine) T-2 und HT-2 für die Gesundheit von Mensch und Tier durch Lebens- und Futtermittel veröffentlicht und für die tägliche tolerierbare Aufnahmemenge einen Gruppen-TDI von 100 ng/kg Körpergewicht (0,10 μg/kg KG) für die Summe von T-2- und HT-2-Toxinen abgeleitet.

Die EU-Kommission beauftragte die EFSA in 2015 mit der Überprüfung der toxikologischen Eigenschaften der modifizierten Formen der T-2- und HT-2-Toxine.

Bei der neuerlichen Bewertung wurde der in 2011 festgesetzte TDI überprüft, da eine neue in vivo-Studie für die subchronische Toxizität von T-2- und HT-2-Toxin in Ratten vorliegt. Unter Berücksichtigung dieser Studie hat die EFSA den TDI auf 0,02 μg/kg KG (20 ng/kg KG) für T-2- und HT-2-Toxin herabgesetzt. Zudem wurde neu eine akute Referenzdosis (ARfD) von 0,3 μg/kg KG für T-2- und HT-2-Toxin festgelegt. Für die modifizierten Formen der T-2- und HT-2-Toxine (Phase-I-Metaboliten, Phase-II-Metaboliten) lagen keine Informationen darüber vor, ob und wie diese aus der Nahrung aufgenommen werden könnten. Die EFSA hat aber angenommen, dass sich die modifizierten Formen im Organismus wie T-2-Toxin verhalten. Somit wurden die festgesetzten TDI- und ARfD-Werte auf die modifizierten Formen ausgedehnt. Da Konjugate der T-2- und HT-2-Toxine selbst nicht toxisch sind, wird davon ausgegangen, dass das Risiko modifizierter Formen durch die Anwendung des Gruppen-TDI und der -ARfD überschätzt wird.

KOMMENTAR:
EFSA: „Es sollten unter anderem die chemischen Strukturen der Phase-I- und Phase-II-Metaboliten von T-2- und HT-2-Toxin vollständig ermittelt, entsprechende Referenzstandards (Analysenstandards) entwickelt sowie Daten zum Vorkommen und zur Toxikologie von modifizierten Formen von T-2- und HT-2-Toxin in Lebensmitteln erhoben werden.“

QUELLEN:
► EFSA Journal (15 (1): 4655 (53 pp.)) vom 26.01.2017: www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/4655
► EFSA Journal (9 (12): 2481 (187 pp.)) vom 19.12.2011: www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/2481

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

Behr's Verlag