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Dienstag, 17 Januar 2017

Sammlung der „BfR-Verarbeitungsfaktoren“ überarbeitet

Mikrobiologie | QM & QS

Sammlung der „BfR-Verarbeitungsfaktoren“ überarbeitet

Seit 2007 bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über seine Internetseiten eine Sammlung von Verarbeitungsfaktoren für Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln an. Diese Verarbeitungsfaktoren werden allgemein als „BfR-Verarbeitungsfaktoren“ bezeichnet, obwohl die meisten von ihnen nicht durch das BfR, sondern durch andere Organisationen bestimmt wurden (z. B. Joint FAO/WHO Meeting on Pesticide Residues). Ein Verarbeitungsfaktor beschreibt die Änderung, die Rückstände eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffs in oder auf einem unverarbeiteten Erzeugnis (zumeist: angebaute Kultur (z. B. Kartoffeln)) zu einem anschließend verarbeiteten Produkt (z. B. Pommes frites) erfahren. Rechtsverbindliche Verarbeitungsfaktoren sollten in Anhang VI der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 festgelegt werden, jedoch ist dieser Anhang – bedingt durch die große Vielfalt an Verarbeitungsprozessen ‒ nach wie vor leer. In der Praxis werden in Ermangelung geeigneter Verarbeitungsfaktoren häufig hilfsweise Verdünnungs- oder Konzentrierungsfaktoren (z. B. Trocknungsfaktoren) angewendet, jedoch beschreiben diese Faktoren Änderungen des Rückstandsgehaltes durch die Verarbeitung ggf. nur unvollständig. Die „alte“ Sammlung des BfR enthielt zwar „echte Verarbeitungsfaktoren“, diese aber nur für bestimmte Produkte und bestimmte Prozesse, wobei Details zum Verarbeitungsprozess nicht offengelegt wurden. Aus diesem Grunde trat häufiger der Fall auf, dass beispielsweise von der deutschen Lebensmittelüberwachung ein „BfR-Verarbeitungsfaktor“ zur Beurteilung verwendet wurde, der jedoch nicht dem tatsächlichen Verarbeitungsprozess entsprach. Der „korrekte Verarbeitungsfaktor“ ist stets der, der den tatsächlichen Verarbeitungsprozess widerspiegelt. Das BfR hat vor dem Hintergrund der vormals begrenzten Auswahl an Verarbeitungsfaktoren die Datensammlung komplett überarbeitet. Zum einen werden jetzt mehr als 6.500 Verarbeitungsfaktoren zu insgesamt 190 Pflanzenschutzmittelwirkstoffen angegeben, und es wurden zusätzliche Detailinformationen zu den einzelnen Verarbeitungsfaktoren angefügt. Zudem hat das BfR > 1.400 Verarbeitungsstudien ausgewertet.

HINTERGRUND:
Ein Verarbeitungsfaktor beschreibt die Änderung, die Rückstände eines Pflanzenschutzmittelwirkstoffs in oder auf einem unverarbeiteten Erzeugnis zu einem anschließend verarbeiteten Produkt erfahren ‒ die „BfR-Verarbeitungsfaktoren“ sind nicht rechtsverbindlich.

QUELLE:
► Aktualisierte Mitteilung Nr. 33 des BfR vom 10.12.2016

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

Behr's Verlag