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Dienstag, 29 September 2015

Monitoring von Tropan-Alkaloiden in Lebensmitteln

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Monitoring von Tropan-Alkaloiden in Lebensmitteln
© Echino / www.pixelio.de

Mit seiner Empfehlung 2015/976 vom 19.06.2015 fordert die Kommission die Mitgliedstaaten auf, Daten zum Vorkommen von Tropan-Alkaloiden (TA) in Lebensmitteln zu erheben.
Tropan-Alkaloide (TA) sind natürliche Inhaltsstoffe bestimmter Pflanzen wie Bilsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche. In Pflanzen wurden insgesamt bisher mehr als 200 verschiedene TA identifiziert. Von einigen unter diesen Verbindungen, darunter Atropin und Scopolamin, ist bekannt, dass sie bereits in niedrigen Dosierungen die Herzfrequenz und das zentrale Nervensystem beeinflussen.
Durch die Verunreinigung von Getreide mit Samenkörnern von Bilsenkraut oder Stechapfel können Tropan-Alkaloide in Lebensmitteln aus Getreide eingetragen werden. Für die Risikobewertung hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine akute Referenzdosis (ARfD) als gesundheitsbezogenen Richtwert in Höhe von 0,016 μg/kg Kör-pergewicht (KG), bezogen auf die Summe von (-)-Hyoscyamin und (-)-Scopolamin, abgeleitet (Gruppen-ARfD).
Bei Kleinkindern muss auf Grund der lückenhaften Datenbasis mit einer Überschreitung der Gruppen-ARfD um das 2-fache (bei mittlerem Verzehr) und das 5-fache (hoher Verzehr) gerechnet werden. Bei Überschreitungen der ARfD in dieser Größenordnung sind nach Abschätzung des BfR gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich.
In den Erwägungsgründen zum Tropan-Alkaloid-Monitoring stellte die Kommission fest, dass weitere Daten zum Vorkommen benötigt werden. Ferner ist es notwendig, die landwirtschaftlichen Bedingungen zu verstehen, unter denen Tropanalkaloide in Agrarerzeugnissen auftreten.
Unter aktiver Beteiligung der Lebensmittelunternehmer sollten TA vorrangig bei Buchweizen, Sorghum, Hirse, Mais und Buchweizen, Sorghum-, Hirse- und Maismehl untersucht werden.
Die Analyse muss mindestens Atropin und Scopolamin abdecken, nach Möglichkeit sollten die Hyoscyamin-Enantiomere einzeln sowie auch andere TA erfasst werden. Als Analysemethode sollte die Hochleistungsflüssigkeitschromatografie / Massenspektrometrie (HPLC-MS/(MS)) oder, falls HPLC-MS/(MS) nicht möglich ist, die Gaschromatografie / Massenspektrometrie (GC-MS) angewendet werden. Die Ergebnisse der Analysen sollen der EFSA regelmäßig und spätestens bis Oktober 2016 übermittelt werden.

► AMTSBLATT DER EU NR. L 157 VOM 23.06.2015, S. 97

► MITTEILUNG NR. 035/2014 DES BFR VOM 13.12.2013: HOHE TROPANALKALOIDGEHALTE IN GETREIDEPRODUKTEN: BEI MENSCHEN MIT HERZ-PROBLEMEN SIND GESUNDHEITLICHE BEEINTRÄCHTIGUNGEN MÖGLICH; WWW.BFR.BUND.DE

►HTTP://WWW.ROEMPP.COM; STICHWORT: TROPAN-ALKALOIDE

Bild: www.pixelio.de

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