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Montag, 13 Februar 2017

JECFA: Bewertung von Mykotoxinen und Prozesskontaminanten

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | QM & QS

JECFA: Bewertung von Mykotoxinen und Prozesskontaminanten

Das Expertenkomitee von FAO und WHO für Zusatzstoffe und Kontaminanten (Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA)) hat im Rahmen einer Sitzung im November 2016 verschiedene Kontaminanten und Prozesskontaminanten erneut bewertet. In der derzeit vorliegenden Zusammenfassung wird bestätigt, dass Aflatoxine in Übereinstimmung mit früheren Bewertungen zu den stärksten Erbgut verändernden und krebserregenden Substanzen gehören. Unter den weltweit am stärksten mit Aflatoxin B1 belasteten Lebensmitteln sind Mais, Erdnüsse, Reis, Sorghum und Weizen zu nennen. Allerdings besteht in Regionen wie Europa und anderen entwickelten Staaten ein vergleichsweise geringes Krebsrisiko durch Aflatoxine. Für die Fusarientoxine (Fumonisine FB1, FB2 und FB3), die vor allen in Mais vorkommen, wurde die vorläufige maximale tägliche tolerierbare Aufnahmemenge von 2 μg/kg Körpergewicht bestätigt. Hauptzielorgane sind Leber und Nieren. Die gesundheitlichen Risiken beim gemeinsamen Verzehr von mit Aflatoxinen bzw. Fumonisinen belasteten Lebensmitteln sind hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen nicht eindeutig zu bewerten. Das Mykotoxin Sterigmatocystin ist ein genotoxisches Karzinogen mit dem Hauptzielorgan Leber. Die vorliegenden Daten lassen ein gesundheitliches Risiko für den Menschen in Europa nicht erkennen. Die 3-MCPD-Fettsäureester sind Prozesskontaminanten, die bei der Raffination von pflanzlichen Ölen und Fetten gebildet werden können. Die Risikoeinschätzungen von JECFA und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterscheiden sich hinsichtlich der vorläufigen Aufnahmewerte für freies 3-MCPD deutlich, was die Minimierungsbemühungen der Wirtschaft komplizieren dürften (JECFA: 4,0 μg/kg Körpergewicht, EFSA: 0,8 μg/kg KG). Die Glycidyl-Fettsäureester (G-FE) sind ebenfalls Prozesskontaminanten, die bei der Raffination pflanzlicher Fette und Öle entstehen können und erstmalig von der JECFA bewertet wurden. Das im Körper entstehende Glycidol ist ein genotoxisches Karzinogen. Da für derartige Stoffe kein sicherer Schwellenwert abgeleitet werden kann, wurde ein neuer Bewertungsansatz (Margin of Exposure (MoE)) gewählt. Die hier berechneten Werte belegen, dass die Öl-Hersteller in Deutschland und in der EU die Minimierungsbemühungen intensivieren sollten.

QUELLEN:
www.fao.org/3/a-bc465e.pdf
www.who.int/foodsafety/publications/JECFA83-Summary.pdf?ua=1Seitenwechsel

Food & Hygiene 01/2017, Behr's Verlag

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