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Montag, 14 August 2017

Hepatitis E: Weltweit deutliche Zunahme der Infektionen

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | Gesundheit

Hepatitis E: Weltweit deutliche Zunahme der Infektionen

Infektionen mit dem Hepatitis E-Virus (HEV) sind weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass pro Jahr 20 Millionen Neuinfektionen auftreten, die zu drei Millionen akuten Fällen und mindestens 56.000 Todesfällen führen, insbesondere bei empfindlichen Personen wie Alten, Schwangeren und Immungeschwächten. Das Krankheitsbild der Hepatitis E umfasst nicht nur Leberentzündungen, sondern kann auch neurologische Symptome, Nierenschäden und Bauchspeicheldrüsenentzündungen verursachen.

Die Übertragungswege des HEV sind vielfältig und umfassen Abwasser, Schweinegülle, Muscheln, Beerenfrüchte, Salate, Gewürze und insbesondere Fleisch und Leber von Schweinen einschließlich Wildschweinen, aber auch von anderen Tieren wie Kaninchen und sonstige Nagetiere.

Nach einem jüngst erschienenen Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellt in der EU Schweinefleisch die Hauptursache für HEV-Infektionen mit den Typen 3 und 4 dar. So wurden in den letzten zehn Jahren mehr als 21.000 Hepatitis E-Fälle bei Menschen gemeldet, und im genannten Zeitraum ist ein Anstieg um etwa das Zehnfache zu beobachten. Es handelt sich damit um ein wachsendes Problem in der EU, und in Europa sind Lebensmittel die wichtigste Übertragungsquelle. Dabei dominieren Hausschweine als Hauptüberträger von HEV in der EU, und auch Wildschweine können das Virus beherbergen. Im Mittelpunkt des Infektionsgeschehens stehen in Ländern wie Frankreich und Italien Schweineleber und Schweineleberwurst. Auch sind Personen, die einen engen Kontakt zu Schweinen haben, einem besonderen Infektionsrisiko ausgesetzt, wie serologische Untersuchungen in China, Taiwan, Thailand und auch den USA gezeigt haben.

Vor diesem Hintergrund haben die Sachverständigen des EFSA-Gremiums für biologische Gefahren den Mitgliedstaaten empfohlen, das Bewusstsein für die mit rohem oder halb garem Schweinefleisch verbundenen Risiken für die öffentliche Gesundheit deutlich zu machen. Verbrauchern wird geraten, Schweinefleisch gründlich durchzugaren. Die Entwicklung geeigneter Methoden zum Nachweis von HEV in Lebensmitteln sollte intensiviert werden.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat am 29. Juni 2017 einen ausführlichen Bericht zur Situation von Hepatitis E in der EU veröffentlicht. Die wissenschaftliche Veröffentlichung der EFSA über mit dem HEV zusammenhängende Risiken für die öffentliche Gesundheit ist am 11. Juli 2017 erschienen. Wichtige Fakten wurden in einer Pressemitteilung der EFSA am 11. Juli 2017 zusammengefasst.

QUELLEN:
► Pressemitteilung der EFSA vom 11. Juli 2017: www.efsa.europa.eu/de/press/news/170711
► EFSA Journal (2017; 15 (7): 4886 (89 pp.), DOI: 10.2903/j.efsa.2017.4886)
► Eurosurveillance (Volume 22, Issue 26) vom 29. Juni 2017: www.eurosurveillance.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=22824

Fachinformationsdienst „Food & Hygiene“, 23. Newsflash 17.07.2017, Behr's Verlag

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