Freitag, 04. Dezember 2020

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Mittwoch, 14 Oktober 2020

HACCP-Frage der Woche 42/2020

Mikrobiologie

HACCP-Frage der Woche 42/2020

Genetisch veränderte Organismen: Wie ausgereift ist die Forschung dazu?

Es ist zu erwarten, dass klimatische Veränderungen in Deutschland und Europa dazu führen, dass auch Pflanzen zum Rohverzehr zunehmend mit aufbereitetem Abwasser bewässert werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Julius Kühn-Institut (JKI) und das Max Rubner-Institut (MRI) haben gemeinsam bewertet, inwieweit Menschen durch den Rohverzehr von Obst und Gemüse, welches mit aufbereiteten Abwässern bewässert wurde, mit Krankheitserregern infiziert werden könnten. Die Stellungnahme thematisiert die mögliche direkte Übertragung von Salmonellen, Shigatoxin-bildenden Escherichia coli (STEC) und Listeria monocytogenes aus dem aufbereiteten Abwasser und indirekt über den bewässerten Boden in die Pflanzen. Pflanzliche Lebensmittel können über diesen Weg, aber auch mit weiteren humanpathogenen oder antibiotikaresistenten Bakterien, Viren, Parasiten und chemischen Stoffen kontaminiert werden.

Nach Auswertung von Publikationen und eigenen Forschungsergebnissen kommen das BfR, das JKI und das MRI zu dem Schluss, dass ein Vorkommen von Salmonellen, STEC und Listerien auch in aufbereitetem Abwasser möglich ist. Die Wahrscheinlichkeit ist umso größer, je höher der Gehalt an fäkalen Indikatorbakterien (fäkale Coliforme oder E. coli) ist. Die Konzentrationen an pathogenen Bakterien im Bewässerungswasser könnten weiter ansteigen, wenn diese sich in Biofilmen vermehren, die sich aufgrund des höheren Nährstoffgehalts des aufbereiteten Abwassers in den nachgeschalteten Rohr- und Schlauchleitungen der Bewässerungssysteme bilden können. Die Wahrscheinlichkeit einer direkten Übertragung dieser pathogenen Bakterien aus dem aufbereiteten Abwasser oder indirekt über den bewässerten Boden auf bzw. in zum Rohverzehr bestimmtes Obst und Gemüse hängt von zahlreichen Faktoren ab: den Umgebungsbedingungen (z. B. Temperatur, Feuchte) und vorhandenen Nährstoffen, den Eigenschaften und der Menge an Bakterien im Bewässerungswasser und im Boden, der Bodenbeschaffenheit, der Pflanzenart sowie den konkurrierenden Mikroorganismen im Boden und auf den Pflanzen.

QUELLE:
Diese Frage inklusive ihrer Antwort stammt aus der Stellungnahme Nr. 021/2020 des BfR vom 21.04.2020

Dr. Greta Riel

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

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