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Montag, 09 Oktober 2017

Entdeckt: Multiresistente Keime in der Donau

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | QM & QS

Entdeckt: Multiresistente Keime in der Donau

Forscher vom Institut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der medizinischen Universität Graz haben in Wasserproben aus der Donau antibiotikaresistente Keime ermittelt. Ein Drittel der Escherichia coli-Bakterien war resistent gegen ein Antibiotikum und ein Zehntel multiresistent. Unter den nachgewiesenen Klebsiella-Keimen wiesen 15 % eine Resistenz gegen mindestens ein Antibiotikum auf ‒ bei 10 % wurden Multiresistenzen entdeckt. In derartigen Fällen blieben drei oder mehrere der untersuchten Antibiotikaklassen wirkungslos. Zudem suchten die Wissenschaftler gezielt nach den in Krankenhäusern gefürchteten Resistenzmechanismen, Extended-Spectrum Beta-Lactamasen (ESBL) und Carbapenemasen, Enzyme, die wichtige Antibiotika wirkungslos werden lassen. Darüber hinaus wurden Isolate ermittelt, die sonst nur auf Intensivstationen beobachtet werden können. Nach Angaben von Dr. Gernot Zarfel (Universität Graz) trug ein Isolat das Gen für NDM-1 (Neu-Delhi Metallo-Beta-Lactamase) und war gegen 18 von 20 getesteten Antibiotika resistent. Den aktuellen Untersuchungen zufolge sind diese Bakterien nun auch im europäischen Flusswasser vorhanden und dürften über Abwässer und Oberflächenabschwemmungen in die Flüsse getragen werden.

KOMMENTAR:
Dr. Clemens Kittinger (Universität Graz): „Auch geklärte Abwässer können NDM-1 (Neu-Delhi Metallo-Beta-Lactamase) beinhalten, wobei die eigentlichen Quellen Ausscheidungen von Menschen und Tieren darstellen.“

QUELLE:
► PLOS One vom 03.11.2016:
http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0165820

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