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Dienstag, 21 November 2017

Deoxynivalenol: Risikobewertung durch die EFSA

Mikrobiologie

Deoxynivalenol: Risikobewertung durch die EFSA

Das Mykotoxin Deoxynivalenol (DON) wird im Wesentlichen von Pilzen der Gattung Fusarium gebildet und kommt vorzugsweise in Getreide (Cerealien) vor. Auf Anforderung der EU-Kommission hat das CONTAM-Panel der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Risiken durch DON und eine Reihe von Metaboliten (3-Acetyl-DON (3-Ac-DON), 15-Acetyl-DON (15 Ac-DON) und DON-3-Glucosid) für die Gesundheit von Menschen und Tieren bewertet.

Insgesamt standen für diese Bewertung für die vier genannten Verbindungen 27.537, 13.892, 7.270 bzw. 2.266 analytische Daten in Lebens- und Futtermitteln sowie unverarbeitetem Getreide aus 2007 bis 2014 zur Verfügung.

Für die Exposition des Menschen sind Getreide und -produkte die wesentlichen Expositionsquellen ‒ bei Nutz- und Heimtieren sind dieses Getreide, -nebenprodukte und Futtermais. Die Ergebnisse in der Zusammenfassung:

  • DON wird sehr rasch absorbiert, im Körper verteilt und wieder ausgeschieden. Da 3-Ac-DON, 15-Ac-DON und DON-3-Glucosid im Darmkanal schnell desacetyliert bzw. gespalten werden, können von diesen Verbindungen die gleichen toxischen Effekte wie von DON erwartet werden.
  • Die duldbare tägliche Aufnahmemenge (TDI-Wert), die für DON auf der Grundlage einer reduzierten Körpergewichtszunahme bei Mäusen festgelegt wurde, kann daher auch als „Gruppen-TDI“ für die Summe von DON, 3-Ac-DON, 15-Ac-DON and DON-3-Glucosid herangezogen werden.
  • Zur Bewertung eines akuten gesundheitlichen Risikos für den Menschen wurden die epidemiologischen Daten aus Pilzvergiftungen (Mykotoxikosen) bewertet und eine akute Referenzdosis (ARfD) für die Gruppe der Verbindungen von 8 µg/kg Körpergewicht/Tag pro „Verzehrsgelegenheit“ berechnet.
  • Die Schätzungen der akuten Exposition über Lebensmittel liegen unterhalb dieser Dosis und geben daher keinen Anlass zu gesundheitlichen Bedenken („Concern“).
  • Die geschätzte durchschnittliche chronische Exposition über Lebensmittel lag oberhalb des Gruppen-TDI bei Kleinkindern und anderen Kindern und bei hoher Exposition auch bei Heranwachsenden und erwachsenen Personen, sodass hier ein potenzielles gesundheitliches Risiko vorliegt.
  • Die geschätzten durchschnittlichen Konzentrationen der Mykotoxine in Futtermitteln für Wiederkäuer, Geflügel, Kaninchen, Hunde und Katzen sowie Zuchtfische und Pferde lassen keine unerwünschten Effekte erwarten.
  • Bei höheren Kontaminationen ist ein potenzielles Risiko für chronische unerwünschte Effekte bei Schweinen und Fischen und für akute unerwünschte Wirkungen bei Katzen und Zuchtnerzen nicht auszuschließen.

KURZGEFASST:
Die Experten des CONTAM-Panel empfehlen die Validierung und Standardisierung von Analysemethoden, die in der Lage sind, die vier DON-Verbindungen gleichzeitig zu erfassen und DON, 3-Acetyl-DON, 15-Acetyl-DON und DON-3-Glucosid in den Proben gemeinsam zu untersuchen.

QUELLE:
► EFSA Journal vom 11.09.2017 (DOI: 10.2903/j.efsa.2017.4718)

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

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