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Montag, 28 August 2017

Darmbakterien: Schutz vor L. monocytogenes-Infektionen

Mikrobiologie

Darmbakterien: Schutz vor L. monocytogenes-Infektionen

Nach Angaben von Forschern um Simone Becattini und Eric Pamer (Memorial Sloan Kettering Cancer Center New York) bieten Darmbakterien möglicherweise einen Schutz gegen schwere Infektionen mit Listeria monocytogenes. In der Studie wurde untersucht, ob das natürliche Mikrobiom des Darmes bei der Bekämpfung einer Infektion mit L. monocytogenes eine Rolle spielt. Die Behandlung von Mäusen mit Antibiotika, die das Mikrobiom schädigen, führte dazu, dass die Mäuse anfälliger für eine Infektion mit L. monocytogenes wurden. Das Bakterium konnte ungehinderter den Gastrointestinaltrakt besiedeln, um sich über den Blutkreislauf im Körper auszubreiten. Noch anfälliger waren deutlich immungeschwächte Mäuse, denen Immunzellen fehlten. Den Wissenschaftlern zufolge könnten vermutlich Risikogruppen (z. B. Schwangere, Kinder) ebenfalls durch eine Störung im Mikrobiom anfälliger für Listerien sein. In der Studie konnten vier Darmbakterien der Clostridien-Spezies identifiziert werden, die in der Kultur fähig waren, eine L. monocytogenes-Infektion zu begrenzen. Diese Spezies ist laut den Wissenschaftlern bei Schwangeren im dritten Trimenon vermindert. Bei der Übertragung der Bakterien in keimfreie Mäuse wurde analysiert, dass diese so vor einer Listeria-Infektion geschützt waren, da der Erreger nicht mehr in der Lage war, den Magen-Darm-Trakt zu kolonialisieren und sich in andere Gewebe auszubreiten.

QUELLE:
► Journal of Experimental Medicine vom 06.06.2017 (DOI: 10.1084/jem.20170495)

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