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Montag, 16 Februar 2015

Schädlinge – ein lästiges Thema

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Wie Sie Schädlinge sicher bestimmen, unterscheiden und wieder loswerden

Schädlinge – ein lästiges Thema
Foto: aus Behr‘s Schädlinge, Erkennen - Bestimmen - Bekämpfen

 

Die meisten Tiere, die sich in der Lebensmittelherstellung, Gastronomie oder dem Lebensmittelhandel ausbreiten, zählen zu den Insekten. Aber auch andere Arten machen sich gern in den Räumlichkeiten breit, etwa Milben, Mäuse oder Ratten.

Gut zu wissen: Es gibt meist einfache Mittel, die tierischen Untermieter wieder zu vertreiben und entsprechende Vorsorge zu betreiben.

Besonders beliebt bei Ungeziefer: Getreideprodukte und Backzutaten wie Nüsse, Trockenobst und Gewürze. Von Vorratsschädlingen befallene Lebensmittel sollten nicht mehr verwendet werden, weil sie eventuell mit Kot, Spinnfäden, Häutungsresten oder toten Insekten verunreinigt sein können. Unter Umständen übertragen Schädlinge außerdem Krankheiten über Bakterien, Viren und Pilze oder lösen Allergien beziehungsweise Durchfallerkrankungen aus.

In geheizten Hallen, Betriebsstätten, feuchtwarmen Räumen wie Küchen und hinter fest installierten Einbauten finden die kriechenden Mitesser ideale Bedingungen vor. Daneben machen unsachgemäß gelagerte Rohwaren und eine laxe „Reinigungsmoral“ ungebetenen Gästen aus dem Tierreich das Überleben leicht.

Was hilft  gegen Schädlinge?

Meist ist es nicht damit getan, betroffene Rohwaren oder Produkte zu entsorgen. Es gilt, das Ungeziefer dauerhaft aus der Küche zu verbannen. Dazu muss man wissen, um welche Schädlingsart es sich handelt.

Hier finden Sie eine Auswahl der häufigsten "Vorratsinsekten" vor und andere Tiere, die Vorräte futtern:

Kornkäfer machen sich z.B. über Nudeln, Reis und Nüsse her, die nicht dicht schließend aufbewahrt werden. Um sie loszuwerden, alle Vorräte, die auf dem Speiseplan der Rüssler stehen, konsequent verschließen! 

Ameisen wandern auf der Suche nach Süßem im Frühjahr in ebenerdig liegende Räumlichkeiten. Am besten inspiziert man regelmäßig das Gelände, ob sich Ameisenstraßen vorfinden lassen. Ist dies der Fall, beauftragen Sie einen Schädlingsbekämpfer, der Sie fachmännisch bei der Auswahl entsprechender Köder unterstützen kann. Wichtig ist auch hier eine saubere Umgebung: auch geringe Nahrungsmittelreste beim Ein- oder Ausladen umgehend beseitigen: Vor allem Süßes wie Zucker und Honig, aber auch anderes Essen lockt Ameisen stark an.

Brotkäfer mögen Brot, Brötchen und getreidehaltige Produkte, Suppenwürfel und sogar Hundekuchen. Die zwei bis drei Millimeter großen, rötlich-braunen Käfer sowie deren gelblich-weißen, bis fünf Millimeter langen Larven bleiben aber meist fern, wenn alle Vorräte luftdicht verschlossen sind. Bei Beuteln gegebenenfalls über einen gut verschließbaren zusätzlichen Beutel (Plastik) oder Behälter nachdenken.

Bücherläuse sind nicht allein auf intellektuelle Nahrung aus: Die 1,5 Millimeter kleinen, gelblich-braunen Tierchen fressen neben Büchern auch Schaumstoff / Styropor (Verpackungen), Getreideprodukte und Teigwaren. Sind die Räume trocken und werden regelmäßig gelüftet sowie im Winter beheizt, ist ein Befall unwahrscheinlich.

Dörrobst- und Mehlmotten fliegen auf Pflanzliches wie Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Wacholderbeeren. Ihre gelblichen Raupen verunreinigen die Produkte mit Kot und Spinnfäden und kriechen auf der Suche nach einem Verpuppungsort an Decken und Wänden umher. Die Falter selbst sind silbergrau. Nach einem Mottenbefall gilt: Gesamtes Umfeld gründlich reinigen und wischen, anschließend gut trocknen.

Fliegen lieben Fleischwaren, Fisch und Käse. Ihre Eier legen sie versteckt in Mulden von Lebensmitteln. Die zehn Millimeter langen weißlichen Maden bohren sich nach dem Schlüpfen ins Essen hinein und bleiben deshalb häufig unbemerkt. Gegen Fliegen hilft häufiges Lüften, Verpacken von Lebensmitteln und zügiges Reste-Beseitigen. Je nach Produktionsstätte denken Sie über zusätzliche Fliegenfänger nach.

Kleine, rötlich-braune Essig/Obstfliegen stürzen sich auf frische Obst- und Gemüsereste und sämtliche Essensreste. Erst wenn all das aus dem Bereich verschwindet, werden Sie die Fruchtfliegenplage los.

Getreideplattkäfer schätzen kohlenhydratreiche Kost. Sie fressen unter anderem Getreide- und Teigprodukte, Schokolade, Nüsse und Mandeln. Befallen die drei Millimeter flachen, braunen Käfer und ihre vier Millimeter gelblichen Larven Mehl, so wird es feucht und klumpig, seine Backfähigkeit ist beeinträchtigt. Auch hier sind verschlossene Behälter die wirksamste Abwehr.

Milben sind weißlich-graue, ovale, bis 0,5 Millimeter winzige Spinnentiere mit acht Beinen. Sie ernähren sich von feucht gewordenen Lebensmitteln wie Mehl, Müsli, Getreide und Trockenobst. Die befallenen Produkte besitzen einen süßlichen Geruch und bitteren Geschmack. Gegen Milben hilft niedrige Luftfeuchtigkeit.

Schaben oder Kakerlaken sind fast über den kompletten Erdball verbreitet. Besonders häufig sind die Deutsche Schabe (eher rötlich) oder Orientalische Schabe (schwarzer Panzer). Sie sind Allesfresser, enorm widerstandsfähig und häufig ein Fall für den Schädlingsbekämpfer.

Speckkäfer halten sich, wie der Name schon sagt, an tierische Produkte: Fleisch, Wurst, Speck, aber auch Felle und Häute. Die acht bis elf Millimeter großen, braun-schwarzen Käfer sitzen häufig auch an Lichtquellen (Tageslicht). Ihre 13 Millimeter großen Larven sind haarig. Bei Speckkäferbefall heißt es: Lebensmittel gut gekühlt und verpackt lagern, Luftzirkulation und oft kontrollieren, ob die Schädlinge wieder auftauchen.

Ratten und Mäuse fressen alles, was sie finden können. Mäusekot ist etwa drei bis sechs Millimeter, der von Ratten zwei Zentimeter lang. Schon beim ersten Anzeichen von Mäusebefall und auch bei Befall durch Ratten ist immer ein professioneller Schädlingsbekämpfer gefragt. Um die Tiere auf Dauer fern zu halten, sollten Umfeld, Gelände, Fußböden sauber sein und sämtliche Öffnungen geschlossen werden.

Foto: aus: Dr. Reiner Pospischil, Urs Pospischil, Kerstin Pospischil: Schädlinge: Erkennen - Bestimmen - Bekämpfen. Behr's Verlag, 2015

 

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

 

Schädlinge: Erkennen - Bestimmen - Bekämpfen

Schädlinge sind stete Begleiter in der Lebensmittelindustrie, im Transportwesen sowie im Handel und Krankenhaus. Durch ein gutes Hygienemanagement kann die Gefahr, dass Insekten und andere Schadorganismen zu Schäden führen, zwar verringert werden, ein genereller Schutz gegen Schädlinge wird aber nicht erreicht.
Das frühzeitige Erkennen eines Befalls, die sichere Bestimmung der jeweiligen Art und das Auffinden der Befallsorte sowie der Einschleppungswege sind wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Schädlingsmanagement.
Neben gezielten, auf den jeweiligen Schädling abgestimmte Bekämpfungsstrategien sind vorbeugende Maßnahmen gegen einen erneuten Befall wichtige Kriterien des „Integrated Pest Managements“. In Lebensmittelbetrieben vorkommende Arten, die als Nützlinge unter Artenschutz stehen, sind ebenfalls in dem Fächer enthalten.
Der Schädlingsfächer enthält die 50 häufigsten Arten der genannten Branchen und ist aufgrund seiner handlichen Größe und übersichtlichen Aufteilung ein wichtiger Begleiter bei der Inspektion der Betriebe. Die ausführlichen Beschreibungen liefern wichtige Hinweise zur Lebensweise, Erkennung und Bekämpfung der Schädlinge.

 

Handbuch für den Schädlingsbekämpfer

Erfolgreiche Schädlingsbekämpfung setzt aktuelles professionelles Fachwissen voraus: Die anzuwendenden Mittel und Geräte zur Schädlingsbekämpfung, neue Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Arbeitsgebieten sowie eine Vielzahl von Rechtsbestimmungen zu Wirkungs- und Hygieneproblemen sind in dem „Handbuch für den Schädlingsbekämpfer“ praxisnah und leicht verständlich aufbereitet.

Behr's Verlag