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Montag, 14 Dezember 2015

Legionellen bevorzugen sehr heißes Wasser

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | QM & QS

Legionellen bevorzugen sehr heißes Wasser
© Svenja Weidmann / www.pixelio.de

Nach Angaben von Forschern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig vermehrt sich der u. a. in Warmwassersystemen vorkommende bakterielle Krankheitserreger Legionella pneumophila bei Temperaturen zwischen 50 und 60°C. Laut Einschätzung der Wissenschaftler sollte durch weiterführende Studien geklärt werden, welche Konsequenzen sich für das Management von Heißwassersystemen, Klimaanlagen und Kühltürmen ergeben.

Die Forscher untersuchten die Legionellen-Population im Trinkwasser auf dem gesamten Weg von den natürlichen Reservoiren in Stauseen über Wasserspeicher und Leitungen bis zum Wasserhahn. Anhand molekularbiologischer Methoden wurde festgestellt, dass sich im heißen Leitungswasser deutlich mehr Legionellen befinden als im kalten. Laut Studienautorin Dr. Ingrid Brettar zeigte sich, dass die Legionellenzahlen bei 50 bis 60°C zunehmen, und insbesondere von einem Wachstum von Legionella pneumophila in diesem Temperaturbereich auszugehen ist. Nach Angaben von René Lesnik (Erstautor der Veröffentlichung) wurde in allen bislang vorliegenden Untersuchungen von einem Legionellen-Wachstum bei 42°C ‒ maximal bis 45°C ‒ ausgegangen.

KOMMENTAR:
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI): „Eine zusätzliche Gefährdung für den Menschen lässt sich aus diesem Befund nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand aber nicht ableiten.“

Quellen:
► Ärzte Zeitung vom 10.11.2015
► Deutsches Ärzteblatt vom 09.11.2015
► ISME Journal (2015; online 03. November)

Bild: www.pixelio.de

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