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Mittwoch, 20 Februar 2019

HACCP-Frage der Woche 8/2019

Hygiene & HACCP

HACCP-Frage der Woche 8/2019

EFSA: Welche gesundheitlichen Auswirkungen von MOSH und MOAH sind bekannt?

Im EFSA-Gutachten aus dem Jahr 2012 wird deutlich gemacht, dass die potenziellen Auswirkungen von Mineralölkohlenwasserstoffen auf die Gesundheit des Menschen stark variieren. Die sehr heterogene Gruppe enthält Tausende von chemischen Verbindungen unterschiedlicher Struktur und Größe, die hauptsächlich aus Rohöl stammen, aber auch synthetisch aus Kohle, Erdgas und Biomasse hergestellt werden. Die äußerst komplexen Gemische finden einen vielfältigen häuslichen ebenso wie industriellen Einsatz. Es gibt mehrere mögliche lebensmittelbedingte Quellen wie aus Lebensmittelverpackungsmaterialien, Lebensmittelzusatzstoffen, Verarbeitungshilfsstoffen und umweltbedingten Kontaminanten wie etwa Schmierstoffen.

Nach den seinerzeitigen Untersuchungsergebnissen fanden sich niedrige Konzentrationen von MOSH vor allem in zum menschlichen Verzehr bestimmten Getreidekörnern, die durch deren jeweilige Verwendung als Trenn- bzw. Antihaftmittel oder Sprühmittel bedingt sind. Die wichtigsten Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • MOSH werden akkumuliert und können zur Bildung von Mikrogranulomen in den Lymphknoten des Darms und in der Leber sowie zu Entzündungsreaktion führen.
  • Der seinerzeit vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss (SCF) und dem gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) festgelegte ADI-Wert sollte überarbeitet werden, jedoch bei der Überprüfung für Verbindungen mit hoher Viskosität mit geringerer Priorität.
  • Da keine sichere Ableitung von ADI-Werten möglich war, wird für MOSH aus der im Tierversuch unwirksamen Konzentration (NOAEL) von 19 mg/kg Körpergewicht/ Tag für die Mikrogranulom-Bildung in der Leber bei Ratten ein Margin of Exposure(MOE)-Level abgeleitet.
  • MOAH werden nicht akkumuliert, sondern verstoffwechselt. Bestimmte MOAH-Fraktionen sind mutagen und kanzerogen. Eine Ableitung von Werten für die tolerierbare tägliche Aufnahme (TDI) ist aufgrund unzureichender toxikologischer Daten, insbesondere für Einzelsubstanzen der MOAH-Fraktion, nicht möglich.

QUELLE:
Diese Frage und Antwort stammen aus „Food & Hygiene Praxis“, Ausgabe 04/2018

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

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