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Mittwoch, 07 Dezember 2016

HACCP-Frage der Woche 49/2016

Hygiene & HACCP | QM & QS

HACCP-Frage der Woche 49/2016

Was wünscht sich der Allergiker von der Kennzeichnung?

Die Kennzeichnung/ Information, die allergische Verbraucher beim Einkauf erhalten
um eine Risikoabschätzung für den Kauf und Verzehr eines Lebensmittels vorzunehmen
sollte folgende drei Aspekte erfüllen.

  1. Verlässlich: Der Hinweis auf unbeabsichtigte Kreuzkontaminationen muss nach einer angemessenen und fundierten Risikobewertung und der entsprechend notwendigen Maßnahmen des Allergenmanagements im Betrieb vorgenommen werden. Erst dann kann eine fehlende Kennzeichnung mit „ Kein Risiko“ übersetzt werden, weil klar ist, dass sich der Hersteller bewusst gegen eine Kennzeichnung entschieden hat. Idealerweise würde der Hersteller auf seiner Webseite diese Vorgehensweise beschreiben.
  2. Einfach verständlich: Auch nicht speziell aufgeklärte Personen sowie Kinder, Personen, die als Nicht-Muttersprachler oder aus anderen Gründen dem Lesen und Erkennen von Allergieauslösern nicht mächtig sind, sollte die Information sowohl aus dem
    Zutatenverzeichnis erkennen können, als auch Hinweise auf unbeabsichtigte Kreuzkontaminationen einordnen können.
  3. Einheitlich: Sowohl für die Pflichtkennzeichnung der allergenen Zutaten, als auch die Kommunikation und Bewertung von unbeabsichtigten Allergeneinträge ist es wünschenswert, wenn alle Hersteller die gleichen Grundlagen und Wortlaute verwenden. Diese Art der Verbesserung der Kennzeichnung würde erheblich die Unsicherheit des Allergikers reduzieren. Auf der Basis verlässlicher, einfach verständlicher und einheitlich gekennzeichneter Lebensmittel wäre das Treffen einer informierten Kaufentscheidung möglich, was nicht nur zur Sicherheit, sondern auch maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen würden.

Hilfreich für die Industrie ist es, eine Allergenkennzeichnung von unbeabsichtigten Kreuzkontaminationen anhand von Schwellenwerten/Actionlevels vorzunehmen, die gewährleisten, dass keine schweren lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen nach dem Verzehr von Lebensmitteln auftreten. Daher müssen solche Schwellenwerte/Actionlevels immer die Referenzdosis einbeziehen, auf die der Allergiker reagieren könnte (siehe auch Frage 85, medizinische Schwellenwerte).

Bis eine einheitliche Standardisierung der Kennzeichnung über die Schwellenwerte/Actionlevels erfolgt, werden zurzeit Konzepte für mehr Transparenz bei verpackter Ware vom Runden Tisch „Lebensmittelallergien und Allergenmanagement“ – Lebensmittelindustrie und Verbraucher im Dialog – einer Initiative des DAAB und FIS Europe erarbeitet.

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

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