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Mittwoch, 03 Oktober 2018

HACCP-Frage der Woche 40/2018

Hygiene & HACCP

HACCP-Frage der Woche 40/2018

MOSH/MOAH: Wird das Gefährdungspotenzial überschätzt?

Im Jahr 2009 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf der Grundlage von Untersuchungsergebnissen des schweizerischen Kantonalen Labors Zürich auf das Problem des Übergangs von Mineralölbestandteilen aus Verpackungen in Lebensmittel aufmerksam gemacht. In der Folgezeit wurden in verschiedenen Lebensmitteln gesättigte und aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen (MOSH bzw. MOAH) nachgewiesen, die aus unterschiedlichsten Eintragsquellen stammen können. Mineralölgemische können bei Ratten zu Ablagerungen und entzündlichen Effekten in der Leber führen. Zu den aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) gehören auch krebserzeugende Verbindungen. Die Lebensmittelwirtschaft, repräsentiert durch den Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL), hat nach der Entwicklung einer „BLL-Toolbox“ zur Vermeidung von Einträgen unerwünschter Mineralölkohlenwasserstoffe in Lebensmittel aktuell ein gemeinsames Projekt mit der LAV-Arbeitsgruppe „Lebensmittel- und Bedarfsgegenstände – ALB“ initiiert, um auf der Grundlage von Daten aus Wirtschaft und Überwachung Orientierungswerte für Mineralöle in Lebensmitteln zu entwickeln.

Es besteht kein Zweifel, dass aus den oben genannten Gründen Mineralölgehalte in Lebensmitteln grundsätzlich unerwünscht und ‒ soweit technisch machbar ‒ zu minimieren sind – doch wie hoch ist das Gefährdungspotenzial tatsächlich? Das niederländische National Institute for Public Health and the Environment (RIVM) hat als zuständige Gesundheitsbehörde eine Übersichtsstudie zur Situation der Belastung der Verbraucher mit Mineralölkohlenwasserstoffen (MOH) veröffentlicht. Dabei werden die bekannten Gehalte von Mineralölkohlenwasserstoffen mit den Expositionsabschätzungen verbunden. Im Ergebnis hat sich gezeigt, dass im Gegensatz zu Veröffentlichungen der Verbraucherorganisation Foodwatch (2015) recyclingpapierhaltige Lebensmittelverpackungen keinen nennenswerten Beitrag zur Gesamtaufnahme von Mineralölen aus Lebensmitteln leisten. Auch Behörden in Australien und Neuseeland sind zu der Einschätzung gelangt, dass von den sehr niedrigen Mineralölgehalten in Verpackungen keine Gesundheitsgefahren ausgehen.

Dieses ist eine gute Nachricht, die zur Versachlichung der Diskussion um MOSH und MOAH beitragen dürfte. Die Lebensmittelwirtschaft ist aber sicherlich gut beraten, weiterhin die „BLL-Toolbox“ zur Minimierung von Mineralölen intensiv zu beachten. Die Entwicklung von Richtwerten ist ausdrücklich zu begrüßen und sollte auch von der Wirtschaft durch die Bereitstellung von Daten gefördert werden!

QUELLE:
Diese Frage und Antwort stammt aus dem Fachinformationsdienst Food & Hygiene, Ausgabe 09/2018

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