Mittwoch, 12. Dezember 2018

Passwort vergessen?
Mittwoch, 15 August 2018

HACCP-Frage der Woche 33/2018

Hygiene & HACCP

HACCP-Frage der Woche 33/2018

Ist Orangensaft mit Pflanzenschutzmittelrückständen belastet?

2018 wurden im Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) 26 Proben Orangensaft (u. a. sechs Bio-Proben) auf Pflanzenschutzmittelrückstände (inkl. Chlorat, Perchlorat) untersucht:

  • Dabei handelte es sich um sechs Orangendirektsäfte (u. a. 4x Bio), 18 Orangensäfte aus Orangensaftkonzentrat (u. a. 2x Bio) und zwei Erzeugnisse aus Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat mit Acerolasaft aus Acerolasaft-Konzentrat (1x) bzw. mit Acerolasaft aus Acerolasaft- Konzentrat und Orangenblütenextrakt (1x).
  • Bei zwei Proben Bio-Direktsaft war Mexiko als Ursprung der verarbeiteten Orangen gekennzeichnet ‒ die übrigen Proben trugen keinen Hinweis auf das Anbauland der Rohware.
  • In vier Öko-Direktsäften (15 %) wurden keine Pflanzenschutzmittelrückstände ermittelt.
  • In zwei Bio-Proben und 16 Orangensaftproben aus konventioneller Produktion wurde Chlorat bestimmt, davon 17x oberhalb des nach Verordnung (EG) Nr. 396/2005 festgesetzten Höchstgehalts von 0,01 mg/kg.
  • Die mit 0,226 mg/kg höchste Chlorat-Konzentration wurde in dem Orangensaft aus Orangensaftkonzentrat mit Acerolasaft-Konzentrat und Orangenblütenextrakt gemessen ‒ eine fast 23-fache Überschreitung des Chlorat-Höchstgehaltes in dieser Probe.
  • Das Pesticide Intake Model (PRIMo) der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ergibt hierfür eine Ausschöpfung der akuten Referenzdosis (ARfD) von 31,1 % für Kinder von 16,15 kg Körpergewicht unter Berücksichtigung der Aufnahmemenge von 800 g Orangensaft täglich ‒ eine akute Gesundheitsgefährdung gilt somit als unwahrscheinlich.
  • Mehrfachrückstände (≥ 2 Wirkstoffe oder deren Abbauprodukte) wurden in 16 Proben (61,5 %) festgestellt ‒ mit vier Rückständen stellte eine Probe das Maximum dar.
  • In 22 Proben (85 %) wurden fünf verschiedene Rückstände bestimmt ‒ am häufigsten die als Fungizid eingesetzte Phosphonsäure (20x) sowie Chlorat (18x).

QUELLE:
Diese Frage und Antwort stammt aus Food & Hygiene, Ausgabe 06/2018

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

HACCP leicht gemacht

Die Einführung und Umsetzung des HACCP-Systems inklusive Dokumentation und regelmäßiger Mitarbeiterschulung ist nach dem gültigen Hygienerecht auch für kleine und mittelständische Unternehmen Pflicht. Mit dem Praxisleitfaden "HACCP leicht gemacht" haben Sie alles zur Hand, was Sie zur kostengünstigen Einführung von HACCP in Ihrem Betrieb brauchen. Sie bekommen die optimale Unterstützung, um die gesetzlichen Anforderungen schnell und ohne großen Aufwand zu erfüllen – für einfach mehr Sicherheit bei der nächsten Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung.

 

Praxishandbuch Lebensmittelhygiene-Recht

Das „Praxishandbuch Lebensmittelhygiene-Recht" unterliegt einem ständigen Umbruch, der Lebensmittelunternehmer und die amtliche Lebensmittelüberwachung vor neue Herausforderungen stellt. Das „Praxishandbuch Lebensmittelhygiene-Recht“ liefert Ihnen alle relevanten Verordnungen und Vorschriften rund um das europäische und nationale Hygienerecht.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Hygiene Newsletter! Er erscheint 3x im Monat und versorgt Sie mit Informationen rund um die Branche.

Auch der Lebensmittelrecht Newsletter ist für Sie kostenlos! Er erscheint 1x im Monat.

Behr's Verlag