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Montag, 07 August 2017

Fischvergiftungen in Europa auf dem Vormarsch

Hygiene & HACCP | QM & QS

Fischvergiftungen in Europa auf dem Vormarsch

Seit einigen Jahren treten in Europa vermehrt Vergiftungen nach dem Genuss von importiertem Tiefkühlfisch auf. Fische aus tropischen und subtropischen Ländern können den Stoff Ciguatoxin enthalten – ein Toxin, das von Mikroalgen gebildet wird, die ihren natürlichen Lebensraum in den Korallenriffen des Karibischen Meeres sowie des Pazifischen und Indischen Ozeans haben. Pflanzenfressende Fische ernähren sich von diesen Mikroorganismen. Werden diese Fische wiederum von größeren Raubfischen verzehrt, kann es zu einer Anreicherung der Ciguatoxine kommen und so die Nahrungskette des Menschen erreichen.

Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Toxine auch zunehmend im Mittelmeer vorkommen. Spanien und Portugal haben seit 2008 Ausbrüche von Ciguatoxin-Vergiftungen auf den Kanarischen Inseln und Madeira gemeldet. Zudem begünstigt der weltweite Handel mit importiertem Fisch das Auftreten von Ciguatoxin-Vergiftungen. Auch in Deutschland wurde seit 2012 jedes Jahr mindestens ein Ciguatera-Ausbruch mit bis zu 20 betroffenen Personen erfasst. Insbesondere ist der Verzehr belasteter tropischer Raubfische wie verschiedener Snapper-Arten für das Krankheitsgeschehen mit Durchfall, Erbrechen und neurologischen Symptomen („Kälteschmerz“) verantwortlich.

Experten haben in einem Faltblatt Empfehlungen zur Verminderung des Risikos einer Ciguatera-Vergiftung zusammengestellt. Danach sollte Fisch regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Jedoch wird davon abgeraten, Innereien von tropischen Raubfischen zu verzehren, da hier die höchsten Ciguatoxin-Gehalte vorliegen. Das Toxin ist hitzestabil und wird bei der Zubereitung des Fisches nicht inaktiviert.

Nach Mitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) werden in dem Europäischen Kooperationsprojekt „EuroCigua“ Risiken und Verbreitung von Ciguatoxin-Vergiftungen untersucht. In dem Projekt soll ein besseres Verständnis der zeitlichen und räumlichen Verteilung des für die Vergiftungen verantwortlichen Mikroorganismus (Gambierdiscus spp.) in europäischen Gewässern erlangt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Gebiet der sehr anspruchsvollen Ciguatoxin-Analytik.

QUELLEN:
► Presseinformation Nr. 17 des BfR vom 10. Mai 2017:
www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2017/17/anstieg_von_ciguatera_fischvergiftungen_in_europa-200656.html
► Projekt EuroCigua:
www.aecosan.msssi.gob.es/AECOSAN/web/ciguatera/home/aecosan_home_ciguatera.htm
► Faltblatt EuroCigua:
www.aecosan.msssi.gob.es/AECOSAN/docs/documentos/ciguatera/ciguatera_Flyer_ingles_25JAN2017.pdf
► BfR-Merkblatt:
www.bfr.bund.de/cm/343/was-sind-ciguatoxin-vergiftungen-ciguatera.pdf

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