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THEMA: Infektionsschutzgesetz

Infektionsschutzgesetz 5 Jahre 1 Monat her #764

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Hallo,

welche Betriebe fallen unter die §§42, 43 des Infektionsschutzgesetzes?
Und was muss zur Einhaltung alles beachtet werden? Also welche Themen muss ich den Mitarbeitern schulen?

Danke!

Viele Grüße
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Infektionsschutzgesetz 5 Jahre 1 Monat her #765

  • Isabella
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Hallo,

genau diese Frage interessiert mich auch brennend!
Dazu habe ich schon ein bisschen recherchiert und u.a. auch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gewälzt:
Darin hieß es im § 43, dass das für Personen gilt, die allgemein erst einmal mit Lebensmitteln in Berührung kommen, in Großküchen und sonstigen Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung arbeiten und mit den dort verwendeten Bedarfsgegenständen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, in Berührung kommen.
... soweit ganz klar, verschiedene Behörden, die ich gefragt habe, meinten dann, dass dies nur für Großküchen gelte.
Aber da wollte ich von Ihnen, Fr. Lehmkuhl wissen, ob das auch für Geschirrverleiher gilt. Denn das dreckige Geschirr, das ausgeliehen wird, muss ja auch von Angestellten gesäubert werden und wird dann wieder zum nächsten geschickt. Faktisch haben diese Angestellten also auch mit Bedarfsgegenständen zu tun, die beim Kunden dann wieder Kontakt mit Lebensmitteln haben.

... so, das war jetzt ganz schön viel. Ich schocke Sie hoffentlich nicht, Fr. Lehmkuhl.

Viele Grüße
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Infektionsschutzgesetz 5 Jahre 1 Monat her #766

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Hallo GV

hier eine kleine Übersicht:
Belehrung gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Gesundheitsinformation für den Umgang mit Lebensmitteln
Personen, die gewerbsmäßig folgende Lebensmittel herstellen, behandeln oder
inverkehrbringen:
1. Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnisse daraus
2. Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis
3. Fische, Krebse oder Weichtiere und Erzeugnisse daraus
4. Eiprodukte
5. Säuglings- oder Kleinkindernahrung
6. Speiseeis und Speiseeishalberzeugnisse
7. Backwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage
8. Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen,Nahrungshefen
und dabei mit ihnen direkt (mit der Hand) oder indirekt über Bedarfsgegenstände (z.B. Geschirr, Besteck und andere Arbeitsmaterialien) in Berührung kommen
oder in Küchen von Gaststätten, Restaurants, Kantinen, Cafés oder sonstigen Einrichtungen mit und zur Gemeinschaftsverpflegung tätig sind,
benötigen vor erstmaliger Ausübung dieser Tätigkeiten eine Bescheinigung gemäß § 43 Abs.1 Infektionsschutzgesetz durch ihr Gesundheitsamt.

Das Infektionsschutzgesetz bestimmt, dass Sie die oben genannten Tätigkeiten nicht ausüben dürfen, wenn bei Ihnen Krankheitserscheinungen (Symptome) auftreten, die auf eine der folgenden Erkrankungen hinweisen oder die ein Arzt bei Ihnen festgestellt hat:
· Akute infektiöse Gastroenteritis (plötzlich auftretender, ansteckender Durchfall) ausgelöst durch Salmonellen, Shigellen, Cholerabakterien, Staphylokokken, Campylobacter, Rotaviren oder andere Durchfallerreger.
· Typhus oder Paratyphus
· Virushepatitis A oder E (Leberentzündung)
· Sie haben infizierte Wunden oder eine Hautkrankheit, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel auf andere Menschen übertragen werden können.

Die Untersuchung einer Stuhlprobe von Ihnen/ Mitarbeiter hat den Nachweis eines der folgenden
Krankheitserreger ergeben:
- Salmonellen,
- Shigellen,
- enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien
- Choleravibrionen.
Wenn Sie diese Bakterien ausscheiden (ohne dass Sie sich krank fühlen müssen), besteht ebenfalls ein Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich.

Folgende Symptome weisen auf die genannten Erkrankungen hin:
Durchfall mit mehr als zwei dünnflüssigen Stühlen pro Tag, gegebenenfalls mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber.
Hohes Fieber mit schweren Kopf-, Bauch- oder Gelenkschmerzen und Verstopfung (erst nach Tagen folgt schwerer Durchfall) sind Zeichen für Typhus und Paratyphus.
Typisch für Cholera sind milchigweiße Durchfälle mit hohem Flüssigkeitsverlust.
Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel mit Schwäche und Appetitlosigkeit weisen auf eine Hepatitis A oder E hin.
Wunden oder offene Stellen von Hauterkrankungen können infiziert sein, wenn sie gerötet, schmierig belegt, nässend oder geschwollen sind.
Treten bei Ihnen die genannten Krankheitszeichen auf, nehmen Sie unbedingt den Rat Ihres Haus- oder Betriebsarztes in Anspruch! Sagen Sie ihm auch, dass Sie in einem Lebensmittelbetrieb arbeiten. Außerdem sind Sie verpflichtet, unverzüglich Ihren Vorgesetzten über die Erkrankung zu informieren.

Besondere Hinweise für Arbeitgeber/Dienstherren
1. Auch Arbeitgeber haben die Erklärung über die erhaltende Belehrung abzugeben, sofern sie zu dem ausgeführten Personenkreis gehören.
2. Sie dürfen die oben beschriebenen Tätigkeiten nur ausüben, wenn
Sie eine Bescheinigung über eine Belehrung erhalten haben oder im Besitz eines
Gesundheitszeugnisses gem. § 18 Bundes-Seuchengesetz sind.
3. Bei erstmaliger Ausübung der Tätigkeit darf die Bescheinigung des Gesundheitsamtes nicht älter als drei Monate sein.
4. Sie haben Personen, die die genannten Tätigkeiten ausüben,
nach Aufnahme ihrer Tätigkeit und im weiteren jährlich über die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes zu belehren und die Teilnahme an der
Belehrung zu dokumentieren.
5. Sie haben Ihre eigene Bescheinigung und die Ihrer Beschäftigten, sowie die
Dokumentation über die letzte Belehrung an der Arbeitsstätte verfügbar zu halten und den Mitarbeitern der zuständigen Behörde alle genannten Bescheinigungen auf Verlangen vorzulegen. Bei Tätigkeiten an wechselnden Standorten genügt die Vorlage einer beglaubigten Kopie.
6. Haben Sie selbst oder einer Ihrer Beschäftigten eine der genannten Symptome, ist eine der dort genannten Erkrankungen oder die Ausscheidung einer der aufgezählten Krankheitserreger ärztlich festgestellt worden, so müssen Sie Hygienemaßnahmen ergreifen, die geeignet sind, eine Weiterverbreitung der Krankheitserreger an der Arbeitsstätte zu verhindern. Auskunft hierzu erteilt die Behörde.

Viel mehr Infos und Belehrungsbögen findet man in vielen Sprachen im Internet.

LG Irise
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Infektionsschutzgesetz 5 Jahre 1 Monat her #767

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Hallo zusammen,

das freut mich aber, dass hier wieder ein bisschen mehr Leben in die Diskussionen kommt :-)

Alles, was so geschrieben wurde, ist korrekt, außer dass nach der Erstbelehrung die Folgebelehrung jährlich stattfinden muss. Das IfSG wurde 2011 dahingehend geändert, dass diese Folgebelehrung nur noch alle zwei Jahre stattfinden muss.
Da aber die Hygieneschulung jährlich stattfindet, habe ich die Erfahrung gemacht, dass die 10 - 15 min für die Belehrung nach IfSG in den meisten Fällen dennoch jährlich mitgemacht wird, auch wenn es eigentlich nicht zwingend erforderlich ist, z. B. wenn schon seit vielen Jahren diesselben Mitarbeiter im Betrieb sind.

Viele Grüße
dreamer
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Infektionsschutzgesetz 5 Jahre 1 Monat her #769

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Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure konstruktiven Antworten bezüglich des Infektionsschutzgesetzes.

Bezüglich der Schulungen und Folgebelehrungen bieten sich „Belehrungsfilme“ oder aber auch PowerPoint Präsentationen an.
Für die Mitarbeiter wird es interessanter, wenn man die Art der Präsentation und die Beispiele kontinuierlich verändert.

Schöne Grüße
Sara Lehmkuhl
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Infektionsschutzgesetz 5 Jahre 1 Monat her #772

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Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Antworten! Aber so ganz klar ist es mir noch nicht.
Wenn ich jetzt z.B. nur Brötchen herstelle, brauche ich also keine Erst- bzw. Folgebelehrung?
Die Sprossen wurden doch auch noch aufgenommen, oder?
Wenn ich die Folgebelehrung selbst durchführen möchte, muss da auch Händehygiene und Personahlhygiene rein oder reichen einfach die Anforderungen der §§42, 43?
Danke!

Viele Grüße, GV
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