Freitag, 28. Februar 2020

Passwort vergessen?
Montag, 02 März 2015

Zahl der Campylobacteriose-Fälle stabil, weitere Zunahme bei Listeriosen – EFSA und ECDC legen Zoonosenbericht vor

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | QM & QS | Recht & Normen | Technologie | Gesundheit

Zahl der Campylobacteriose-Fälle stabil, weitere Zunahme bei Listeriosen – EFSA und ECDC legen Zoonosenbericht vor

 

Die Zahl der gemeldeten Campylobacter-Infektionen beim Menschen hat sich stabilisiert, nachdem über mehrere Jahre eine steigende Tendenz zu verzeichnen war. Dennoch bleibt die Campylobacteriose die am häufigsten gemeldete lebensmittelbedingte Erkrankung in der EU. Die Zahl der Listeriose- und VTEC-Infektionen beim Menschen nahm hingegen zu, während die Zahl der gemeldeten Salmonellose- und Yersiniose-Fälle rückläufig ist. Dies sind einige der Hauptergebnisse des Kurzberichts der Europäischen Union über Entwicklungstendenzen und Quellen von Zoonosen, Zoonoseerregern und lebensmittelbedingten Ausbrüchen im Jahr 2013.

„Die Stabilisierung der Zahl der Campylobacteriose-Fälle und der anhaltende Abwärtstrend bei Salmonellosen sind gute Nachrichten; doch angesichts der zunehmenden Meldung anderer Krankheiten, wie Listeriosen und VTEC-Infektionen, sollten wir in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen,“ mahnt Marta Hugas, Leiterin der Abteilung Risikobewertung und Wissenschaftliche Unterstützung der EFSA, und betont die Bedeutung der Überwachung lebensmittelbedingter Erkrankungen in Europa.

Campylobacteriose stabil

Aus dem Vorjahresbericht ging hervor, dass Campylobacteriose-Fälle beim Menschen erstmals in fünf Jahren leicht rückläufig waren. Doch auch, wenn sich die Meldezahlen für 2013 auf dem Niveau des Jahres 2012 stabilisieren konnten, bleibt die Campylobacteriose mit 214.779 Fällen die am häufigsten gemeldete lebensmittelbedingte Erkrankung in der EU. Bei Lebensmitteln ist der die Erkrankung verursachende Campylobacter-Erreger am häufigsten in Hähnchenfleisch zu finden.

Listeriose und VTEC-Infektionen auf dem Vormarsch

Die Zahl der Listeriose-Fälle nahm zwischen 2012 und 2013 um 8,6 Prozent zu und ist in den letzten fünf Jahren stetig angestiegen. Obwohl die Zahl der bestätigten Fälle mit 1.763 relativ niedrig ist, sind diese Fälle besonders besorgniserregend, da es sich bei den gemeldeten Listeria-Infektionen überwiegend um schwere, invasive Formen der Krankheit handelt, die eine höhere Sterberate aufweisen als andere durch Lebensmittel übertragene Krankheiten. „Die Zunahme der gemeldeten invasiven Listeriose-Fälle gibt Anlass zu großer Sorge, da die Infektion meist von verzehrfertigen Lebensmitteln ausgeht und zum Tode führen kann, insbesondere unter der in Europa wachsenden Bevölkerungsgruppe älterer Menschen sowie bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem“, so Mike Catchpole, Leitender Wissenschaftler des ECDC. Trotz des Anstiegs der gemeldeten Listeriose-Fälle beim Menschen wurde der die Krankheit bei Menschen und Tieren auslösende Erreger, Listeria monocytogenes, nur selten oberhalb der gesetzlichen Grenzwerte in verzehrfertigen Lebensmitteln nachgewiesen.

Die gemeldeten Fälle von Verotoxin produzierenden E. coli (VTEC) nahmen um 5,9 Prozent zu – möglicherweise ein Effekt der zunehmenden Sensibilisierung in den Mitgliedstaaten nach dem Ausbruch des Jahres 2011, der zu einer verbesserten Prüfung und Berichterstattung führte. Bezüglich des Vorkommens von VTEC in Lebensmitteln und bei Tieren konnten keine Tendenzen festgestellt werden.

Salmonellose und Yersiniose auf dem Rückzug

Die Zahl der Salmonellose-Fälle ist das achte Jahr in Folge gefallen und liegt nun – mit 82.694 Fällen – 7,9 Prozent unter den EU-Meldezahlen von 2012. Der Bericht führt den Rückgang von Salmonellen auf Kontrollprogramme bei Geflügel zurück und stellt fest, dass die Mehrzahl der Mitgliedstaaten ihre Reduktionsziele bezüglich der Prävalenz bei Geflügel für 2013 erreichten. Bei frischem Geflügelfleisch nahm die Einhaltung der EU-Kriterien für Salmonella zu – ein klares Zeichen dafür, dass sich die Investitionen der Mitgliedstaaten in Kontrollmaßnahmen auszahlen.

Fallzahlen für Yersiniose, mit 6.471 Fällen die dritthäufigste gemeldete Zoonose in der EU, sind über die letzten fünf Jahre rückläufig und nahmen gegenüber 2012 um 2,8 Prozent ab.

Der von EFSA und ECDC erstellte Bericht berücksichtigt 16 Zoonosen und lebensmittelbedingte Ausbrüche. Er basiert auf Daten, die von 32 europäischen Ländern (28 Mitgliedstaaten und vier Nicht-Mitgliedstaaten) erhoben wurden, und unterstützt die Europäische Kommission sowie die EU-Mitgliedstaaten bei der Überwachung, Eindämmung und Prävention von Zoonosen.

http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/150128.htm?wtrl=01 (Pressemitteilung  28 Januar 2015)

Bild: aus: Prof. Dr. Günter Klein (Hrsg.): Mikrothek. Loseblattwerk. ISBN 978-3-89947-372-8

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

 

Mikrothek

Der Bildatlas „Mikrothek“ mit farbigen Abbildungen von ausgewerteten Nährbodenplatten ermöglicht Ihnen eine sichere und schnelle Bewertung Ihrer mikrobiologischen Ergebnisse. Im Zweifelsfall vergleichen Sie Ihre Platte mit gewachsenen Kolonien mit den Fotos der Mikrothek. Die kurze und übersichtliche Beschreibung der Koloniemorphologie gibt Ihnen für Ihre Beurteilung die nötigen Hinweise. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, Ihre mikroskopischen Bilder und weiterführenden Tests mit den Abbildungen zu vergleichen. Mit dem Hintergrund reagieren Sie ganz sicher! Durch Beispielfotos sowohl von Leerplatten, von Reinkolonien, Mischausstrichen und Fehlkolonien können Sie leicht erkennen, welche Methode für Sie die komfortabelste ist. Die Fotos der Mikrothek sind außerdem eine hervorragende Grundlage für die Weiterbildung der Mitarbeiter. Für Ihre Schulungen übernehmen Sie die Fotos einfach von der CD-ROM.

 

Listeria monocytogenes – Band I: Vorkommen, Erkrankungsformen und Diagnostik

Listeria (L.) monocytogenes ist als Erreger der Listeriose des Menschen seit längerem bekannt. Aus lebensmittelhygienischer Sicht ist von besonderer Bedeutung, dass sich L. monocytogenes-Stämme bei üblichen Kühlschranktemperaturen vermehren können. Daher sind Nahrungsmittel auch Hauptvektoren für Infektionen des Menschen. Ausbrüche sind in Europa, Nordamerika und Japan beschrieben worden. Das aktuelle Wissen über diesen Erreger aus der vorliegenden Broschüre versetzt Sie in die Lage, eine Gefährdung durch Infektionen bei der Herstellung Ihrer Produkte zu vermeiden.

 

 

 

Listeria monocytogenes – Band II: Überlebensfähigkeit, Präventionsstrategien und Lebensmittelsicherheit

Listerien sind überall anzutreffen und für gesunde Personen meist nicht gefährlich. Werden allerdings immungeschwächte Körper, Kleinkinder oder ältere Menschen mit Listerien kontaminiert, so kann eine Listeriose sogar tödlich verlaufen. Erfahren Sie alles über Vorkommen und Wirkungsweise von Listerien. Anleitungen zur Analyse und Auswertung geben Ihnen Sicherheit bei der Untersuchung. Lassen Sie sich durch die Broschüre „Pathogene Mikroorganismen: Listeria monocytogenes II“  beraten, wie Sie in Ihrer Herstellung die Kontamination mit Listerien vermeiden können.

Behr's Verlag