Dienstag, 17. Oktober 2017

Passwort vergessen?
Dienstag, 06 Juni 2017

Süßstoff als Schlaganfall- und Demenzrisiko?

Gesundheit

Süßstoff als Schlaganfall- und Demenzrisiko?

Zwei neue Analysen der Framingham Heart Study stellen die Sicherheit von Süßgetränken infrage ‒ vor allem bei Zusatz von künstlichen Süßstoffen. Ein Forscherteam um Matthew Pase (Boston University School of Medicine) hat in einer Studie („Stroke“) 2.888 Teilnehmer begleitet, die zu Beginn der Studie >45 Jahre (Durchschnittsalter: 62 Jahre) waren ‒ 97 erlitten in den folgenden sieben Jahren einen Schlaganfall, 81 davon einen ischämischen (Gefäßverschluss) Schlaganfall. Die mehr als ein Diätgetränk pro Woche konsumierenden Teilnehmer erkrankten fast dreimal häufiger an einem ischämischen Schlaganfall als die Personen ohne Konsum von Diätgetränken. Dagegen wurde für zuckerhaltige Süßgetränke keine Assoziation ermittelt, allerdings wurden zuckerhaltige Süßgetränke seltener als Diätgetränke konsumiert.

Zudem begleitete die Studie 1.484 Teilnehmer, die zu Beginn der Studie >60 Jahre (Durchschnittsalter: 69 Jahre) waren ‒ 81 erkrankten in den folgenden sieben Jahren an einer Demenz, 63 davon an einem Morbus Alzheimer. Auch hier war das Risiko der regelmäßigen Konsumenten von Diätgetränken erhöht ‒ für zuckerhaltige Süßgetränke wurde erneut keine Assoziation festgestellt. In einer zweiten Studie („Alzheimer`s and Dementia“) haben Pase und Kollegen die neurophysiologischen Untersuchungsergebnisse von 4.276 Teilnehmern und die Magnetresonanztomografien von 3.846 Teilnehmern der Framingham Heart Study mit dem Konsum von Süßgetränken in Verbindung gesetzt. Laut der Studie ging ein höherer Konsum von zuckerhaltigen Getränken (≥2 Getränke/Tag) mit einem geringeren Gesamtvolumen des Gehirns und schlechteren Ergebnissen in den Gedächtnistests einher. Beim Gehirnvolumen entsprach der Unterschied einer vorzeitigen Alterung um 1,6 bis 2,0 Jahre. Bei den Gedächtnistests wären die Konsumenten von Süßgetränken um 5,8 bis 11,0 Jahre vorzeitig gealtert.

HINTERGRUND:
Frühere Analysen der Atherosclerosis Risk in Communities Study, der Framingham Heart Study und der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis hatten den Konsum der Süßstoffgetränke mit einer erhöhten Rate von Metabolischem Syndrom und Typ 2-Diabetes in Verbindung gebracht.

QUELLEN:
► Stroke vom 20.04.2017 (DOI: 10.1161/STROKEAHA.116.016027)
► Alzheimer`s and Dementia vom 06.03.2017 (DOI: 10.1016/j.jalz.2017.01.024)

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

Interessantes im Behrs Shop

Behr's Verlag