Passwort vergessen?
Sonntag, 17 April 2016

Reduktion antibiotikaresistenter Erreger bei Mastgeflügel

Hygiene & HACCP | Mikrobiologie | QM & QS | Gesundheit

Reduktion antibiotikaresistenter Erreger bei Mastgeflügel
© Christiph Aron / pixelio.de

Die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen muss so weit wie möglich verhindert werden, da resistente Erreger ein hohes Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier darstellen. Wissenschaftliche Berichte und sehr kritische Darstellungen in den Medien haben gezeigt, dass ein großer Handlungsbedarf bei der Haltung, Schlachtung und Verarbeitung von Mastgeflügel besteht. So hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wiederholt betont, dass Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukte für Verbraucher eine bedeutende Quelle sind, über die sie mit antibiotikaresistenten Keimen in Kontakt kommen können.

In einem von der Freien Universität Berlin koordinierten Verbundprojekt „Entwicklung stufenübergreifender Reduktionsmaßnahmen für antibiotikaresistente Erreger bei Mastgeflügel“ (EsRAM) sollen Projektpartner aus Wissenschaft, Forschung und Geflügelwirtschaft Lösungen entwickeln, mit denen das Vorkommen von resistenten Erregern bei Mastgeflügel reduziert werden kann. Das Verbundprojekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit 2,46 Mio. Euro gefördert. Der Zuwendungsbescheid wurde an die Projektpartner vor wenigen Tagen übergeben.

Eine Verhinderung oder Minimierung der Entwicklung von Antibiotikaresistenzen ist nur möglich, wenn Human- und Veterinärmediziner eng zusammenarbeiten. Daher wird der von der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) geforderte und in Deutschland seit einer Reihe von Jahren etablierte „One-Health-Ansatz“ herausgestellt. Ein System zur Antibiotikaminimierung in der Nutztierhaltung ist bereits mit der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes in Deutschland etabliert. Ein besonders wichtiger weiterer Baustein zur Vermeidung von Antibiotikaresistenzen ist jedoch die Forschung. Im Fokus des Forschungsprojektes stehen die Enterobacteriaceen mit erweitertem ß-Lactamase-Spektrum (ESBL) sowie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA).

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren. Projektpartner sind

  • Freie Universität Berlin (Institute für Tier- und Umwelthygiene (Projektkoordinator), für Geflügelkrankheiten, für Fleischhygiene und -technologie, für Lebensmittelhygiene und für Tierernährung),
  • Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere),
  • Universität Leipzig (Klinik für Vögel und Reptilien),
  • Leibnitz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V.,
  • Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Insel Riems,
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie
  • Partner aus der Wirtschaft (Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft, EW Nutrition GmbH und Boehringer Ingelheim Veterinary Research GmbH).

Mit dieser Kombination aus Praxis, Wissenschaft und Forschung dürfte ein erfolgversprechender Ansatz gelungen sein!

Quellen:
► Pressemitteilung Nr. 34 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vom 09.03.2016: www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2016/034-SC-EsRAM.html;jsessionid=369B2188A17B92783AF44561EB2329CC.2_cid288
► Presseinformation Nr. 12 des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom 09.03.2016: www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2016/12/forschung_im_bfr__projekt_zur_reduzierung_von_antibiotikaresistenten_erregern_bei_mastgefluegel_gestartet-196853.html

Interessantes im Behrs Shop

Behr's Verlag