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Dienstag, 30 Juni 2015

Pestizidrückstände, nationaler Bericht 2013

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Pestizidrückstände, nationaler Bericht 2013
© Rainer Sturm / pixelio.de

Nach Veröffentlichung der Ergebnisse der nationalen Pestizid Untersuchungen aus dem Jahr 2012 legte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zum 13.04.2015 nunmehr auch die Daten aus dem Jahr 2013 vor. Der Bericht fasst die an Lebensmitteln pflanzlichen und tierischen Ursprungs sowie an Säuglings- und Kleinkindernahrung durchgeführten Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittelrückstände zusammen. Insgesamt haben 31 Untersuchungsämter der Bundesländer, Ergebnisse zu 17.473 (18.475)[2] Proben gemeldet. Mit der Gesamtzahl der Proben, sind 190 (175) verschiedene Lebensmittel erfasst worden. Darunter befanden sich 12.529 (13.306) Proben, die im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung und 4.944 (5.169) über das Monitoring gezogen wurden.

Die Belastung von Lebensmitteln mit Pflanzenschutzmittelrückständen blieb auf einem niedrigen Niveau, stellte das BVL fest. Nur bei 1,1% (1,6%)2 der in Deutschland produzierten Erzeugnisse ist im Jahr 2013 eine Überschreitung der jeweiligen Rückstandshöchstgehalte festgestellt worden. Mit 0,9 % war die Quote bei Erzeugnissen aus den übrigen Mitgliedstaaten etwa gleich niedrig. Erzeugnisse aus Drittländern überschritten dagegen zu 6,5 % der Fälle die Höchstmengen. Beanstandet wurden 2013 in Deutschland und den Mitgliedstaaten 0,5 % der auf Pestizidrückstände untersuchten Proben. Bei den „beanstandeten“ Proben wird bei der Beurteilung der Höchstmengen noch die „erweiterte Ergebnisunsicherheit“ berücksichtigt, die in der Regel 50 % beträgt.

Am häufigsten wurden Erdbeeren (873 Proben), Milch und Milchprodukte (683), Äpfel (620) und Kartoffeln (564) untersucht. Bei 36,1 % aller Proben (36,5 %)2 waren keine Rückstände in quantifizierbaren Mengen nachweisbar. In 61,8 % (61,1 %)2 der Proben lagen die gefundenen Rückstände unterhalb der geltenden Rückstandshöchstgehalte. Überschreitungen waren in 2,1 % (2,4 %)2 aller Proben zu verzeichnen und Beanstandungen erfolgten bei 1,2 % (1,3 %)2.

Gesondert ausgewertet wurden Stoffe, die überwiegend nicht aus Pflanzenschutzmittelanwendungen stammen, dennoch als Rückstände in Lebensmitteln vorkommen. Hierzu zählen Chlorat, DDAC (Didecyldimethylammoniumchlorid) und BAC (BenzalkoniumChlorid). Auf Chlorat wurden 1.055 Proben untersucht. 24 % der Proben wiesen Rückstände oberhalb des geltenden Rückstandshöchstgehaltes dieser Substanz auf, zehn Proben (0,95 %) wurden beanstandet. Nur in 4,2 % der 5.879 Proben, die auf DDAC und BAC untersucht wurden, konnten Rückstände quantifiziert werden. Beanstandungen gab es 21 (0,4 Prozent).

Chlorate sind Unkrautvernichtungsmittel, wirken aber auch als Desinfektionsmittel (Biozide). Als Pflanzenschutzmittel ist Chlorat in der EU seit 2010 verboten. Die Eintragswege von Chlorat in Lebensmitteln sind noch nicht abschließend aufgeklärt. Bei DDAC und BAC handelt es sich um kationische Tenside, die auch als Desinfektionsmittel eingesetzt werden.

Der ausführliche Bericht sowie der Tabellenteil können auf der Hompage des BVL heruntergeladen werden (siehe Quellen).

► www.bvl.bund.de (Start > Presse / Infothek > Für Journalisten > Presse- und Hintergrundinformationen > Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln konstant auf niedrigem Niveau) vom 13.04.2015
► Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Nationale Berichterstattung „Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln“ Zusammenfassung der Ergebnisse des Jahres 2013 aus der Bundesrepublik Deutschland; www.bvl.bund.de

Bild: www.pixelio.de

Weitere Informationen finden Sie im Praxisleitfaden „Neue Gefahren und alte Bekannte“.

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