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Mittwoch, 11 Oktober 2017

HACCP-Frage der Woche 41/2017

Gesundheit

HACCP-Frage der Woche 41/2017

Erhöhen häufige Antibiotikagaben Darmkrebsrisiko?

Forscher um Andrew Chan (Massachusetts General Hospital (Boston)) haben die Daten der Nurses Health Study ausgewertet. Diese Studie begleitet seit 1976 mehr als 120.000 US-Krankenschwestern, die regelmäßig nach ihren Lebensumständen und ihrem Gesundheitszustand befragt werden. Insgesamt 16.642 Teilnehmerinnen haben das Alter von >60 Jahren erreicht und an mindestens einer Vorsorge-Koloskopie teilgenommen. Bei 1.195 Frauen wurden Polypen entdeckt, die eine Darmkrebsvorstufe sind und bei der Untersuchung entfernt werden. Die Teilnehmerinnen wurden vor der Koloskopie in einem Fragebogen nach früheren Antibiotikabehandlungen befragt. Bei Frauen, die im Alter zwischen 20 und 39 Jahren über zwei Monate oder länger Antibiotika erhalten hatten, waren zu 36 % häufiger Polypen entdeckt worden als bei Frauen ohne Antibiotikabehandlung in dieser Zeit. Die multivariate Odds Ratio (OR) von 1,36 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,03 bis 1,79 signifikant. Auch eine Antibiotikabehandlung (≥2 Monate) im Alter von 40 bis 59 Jahren war mit einer häufigeren Diagnose von Darmpolypen verbunden ‒ die OR betrug 69 Prozent 1,69 (95 % CI 1,24 bis 2,31). Die Antibiotikabehandlungen waren sowohl mit risikoarmen als auch mit risikoreichen Adenomen assoziiert. Zu Letzteren gehören Adenome >1 cm, Adenome mit tubulovillöser oder villöser Gestalt sowie das Auftreten von drei oder mehr Adenomen bei einer Patientin. Für Polypen im proximalen Dickdarm war die Assoziation ausgeprägter als für Polypen im distalen Dickdarm. Eine Antibiotikabehandlung in den vier Jahren vor der Koloskopie war nicht mit einer häufigeren Diagnose von Darmpolypen assoziiert.

HINTERGRUND:
Bei einer Antibiotikabehandlung über einen längeren Zeitraum kann es zu einem Rückgang bestimmter Darmbakterien (z. B. Bacteroidetes, Firmicutes, Proteobacteria) kommen, deren Platz von anderen Arten (z. B. Fusobacteriae) eingenommen werden.

QUELLE:
http://gut.bmj.com/content/gutjnl/early/2017/03/16/gutjnl-2016-313413.full.pdf

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Werken:

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