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Montag, 28 Dezember 2015
Futtermittel
© tuttu62 / pixelio.de

Die EU-Verordnung Nr. 178/2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechtes, zu der Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit hatte auch die Einführung eines gemeinsamen Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände und Futtermittelgesetzbuches (LFGB 2005) zur Folge. Die dort getroffenen Festlegungen folgen der Logik der Nahrungskette (Boden-Pflanze-Futter-Tier-Verarbeitung-Lebensmittel-Transport/Handel-Mensch) und haben vor allem die Lebensmittelsicherheit im Fokus. Nach der klassischen Tierernährung sind Futtermittel solche Stoffe, die vom Tier per os aufgenommen oder aufgenommen werden können, die sich auf den Stoffwechsel des Tieres auswirken und die als einzelne gesonderte Komponente dem Futter beigemengt werden.
Nach der Futtermittelverordnung wird in Einzelfuttermittel, Mischfuttermittel und Futtermittelzusatzstoffe unterschieden.
Einzelfuttermittel sind dabei Stoffe, die einzeln in unverändertem, zubereiteten, bearbeiteten und/oder verarbeiteten Zustand an Tiere verfüttert werden. Der ernährungsphysiologische Wert der Einzelfuttermittel (Futterwert) ist durch Angaben über Gehalte an Inhaltsstoffen, zur Verdaulichkeit und zum Energiegehalt gekennzeichnet  Mischfuttermittel bestehen aus mehreren Einzelfuttermitteln mit oder ohne Futtermittelzusatzstoffen und werden in zubereitetem, bearbeitetem oder verarbeitetem Zustand an Tiere verfüttert.

Unter Futtermittelzusatzstoffen werden Komponenten verstanden, die wie Einzelfuttermittel zur Deckung des Energie und Nährstoffbedarfes der Tiere beitragen können, wie z. B. Aminosäuren, Spurenelemente oder Vitamine (lebensnotwendige bzw. essentielle Zusatzstoffe) oder keine Nährstoffe liefern, für die Tiere demnach nicht lebensnotwendig sind, aber u. a. Aussehen, Sensorik, Konsistenz, Haltbarkeit, physikalische Eigenschaften der Futtermittel beeinflussen können, diätetisch wirken können und die Leistung der Tiere und die Produktqualität verbessern können (nicht-essentielle Zusatzstoffe).
Nach der Definition des Gesetzgebers gehören Arzneimittel nicht zu den Futtermitteln. Keine Futtermittel sind auch Materialien, die zwar von Tieren durchaus aufgenommen werden, wie z. B. Sägemehl, Erde oder Steine, jedoch keinen Beitrag zur Energie- und Nährstoffversorgung leisten und auch nicht im Sinne von Futtermittelzusatzstoffen wirken.
Nach der Positivliste für Einzelfuttermittel – einer freiwilligen Festlegung von Qualitätskriterien der Futtermittelwirtschaft zur Aufnahme in die Liste (Positivliste 2010) – müssen Futtermittel für eine Aufnahme in die Liste folgende Kriterien erfüllen:

  • ein nachgewiesener Futterwert (dieser muss sich nicht nur auf Energie- oder Nährstoffgehalte beziehen)
  • die Unbedenklichkeit für die Gesundheit von Tier und Mensch
  • eine erkennbare Bedeutung am Markt (diese ist unabhängig von der auf dem Markt befindlichen Menge, sie hängt vielmehr davon ab, ob das betreffende Futtermittel aktuell gehandelt oder verwendet wird)
  • die rechtlich zulässige Verwendung.

Futtermittelzusatzstoffe
Bei der Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere, aber auch von Heimtieren, wird angestrebt, das Futter so zusammen zu setzen, dass mit der täglich aufgenommenen Futtermenge die Energie- und Nährstoffzufuhr möglichst exakt dem Bedarf der Tiere für die spezifische Stoffwechselsituation bzw. der angestrebten Leistung entspricht und die Ausscheidungen von Nährstoffen so niedrig wie möglich sind.  Mit Einzelfuttermitteln kann dieses Ziel meist nicht erreicht werden. Durch die Kombination verschiedener Einzelfuttermittel in einer Ration oder Futtermischung kann dem Ziel schon näher gekommen werden. In den meisten Fällen wird es aber nicht gelingen, die Futtermittel so zu kombinieren, dass auch alle Aminosäuren, Mengen- und Spurenelemente und Vitamine in bedarfsdeckenden Mengen im Futter vorhanden sind. Gezielte Zusätze (in g oder mg je kg Futter) sind für eine optimale Bedarfsdeckung notwendig. Da diese kleinen Mengen eine hohe Mischhomogenität erfordern, werden an die verarbeitende Industrie hohe Anforderungen gestellt.

Quelle: Moderne Lebensmittelchemie, B. Behr‘s Verlag

Bild: www.pixelio.de

Behr's Verlag