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Dienstag, 13 März 2018

EFSA: Gesundheitsbedenken für Hydroxyanthracenderivate in Lebensmitteln

QM & QS | Gesundheit

EFSA: Gesundheitsbedenken für Hydroxyanthracenderivate in Lebensmitteln

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) können einige zu einer Gruppe von Pflanzeninhaltsstoffen („Hydroxyanthracenderivate“) gehörende Substanzen die DNA schädigen und Krebs verursachen. Die Gruppe von Substanzen kommt natürlicherweise in Pflanzen (z. B. Aloe, Senna) vor. Extrakte, die diese enthalten, werden aufgrund ihrer abführenden Wirkung in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. In 2013 hatte die EFSA befunden, dass Hydroxyanthracenderivate in Lebensmitteln die Darmtätigkeit verbessern können, riet jedoch aufgrund potenzieller Sicherheitsbedenken von der Langzeitanwendung und der Aufnahme hoher Dosen ab.

Daraufhin ersuchte die EU-Kommission die EFSA, die Verwendungssicherheit dieser Pflanzeninhaltsstoffe in Lebensmitteln zu bewerten und Empfehlungen für eine tägliche Aufnahme auszusprechen, die nicht mit nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden ist. Die EFSA ist ausgehend von den verfügbaren Daten zu dem Schluss gelangt, dass bestimmte Hydroxyanthracenderivate genotoxisch sind, daher war es nicht möglich, eine sichere tägliche Aufnahmemenge zu bestimmen. Zudem wurde in Tierversuchen nachgewiesen, dass einige dieser Substanzen Darmkrebs verursachen.

HINTERGRUND:
Die Schlussfolgerungen der EFSA stehen im Einklang mit früheren Bewertungen der pflanzlichen Quellen dieser Stoffe durch andere europäische und internationale Einrichtungen (u. a. die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)).

QUELLE:
► EFSA Journal vom 23.01.2018 (DOI: 10.2903/j.efsa.2018.5090)

Univ.-Prof. Dr. Walther Heeschen
Dipl.-Ing. Agr. Jan Peter Heeschen

Behr's Verlag