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Freitag, 31 Juli 2015

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Arsen im Reis

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Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor Arsen im Reis
© Rainer Sturm / www.pixelio.de

Wie das BfR mitteilte, zeigen Untersuchungen der Überwachungsbehörden der Bundesländer, dass Reis und Reisprodukte größere Mengen an anorganischem Arsen enthalten. Aufgefallen ist bei diesen Untersuchungen zudem, dass einige Reisprodukte wie zum Beispiel Reiswaffeln höhere Gehalte an anorganischem Arsen aufweisen als Reiskörner. Anorganische Arsenverbindungen sind als krebsauslösend für den Menschen klassifiziert. Zudem können sie bei langfristiger Aufnahme schon in vergleichsweise kleinen Mengen zu Hautveränderungen, Gefäß- und Nervenschädigungen führen, entwicklungstoxisch wirken sowie Herzkreislauferkrankungen fördern, teilte das BfR dazu weiter mit.

Aufgrund der besonderen Anbaumethoden und der Physiologie der Reispflanzen weisen Reis und somit auch Reisprodukte im Vergleich zu anderen Getreidearten höhere Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen auf. Das BfR hat die Aufnahme der besonders toxischen anorganischen Arsenverbindungen über den Verzehr von Reis und Reisprodukten für die Bevölkerung in Deutschland ermittelt. Nach den Berechnungen können diese Lebensmittel je nach den Ernährungsgewohnheiten insbesondere bei Kindern erheblich zu der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ermittelten Gesamtaufnahme von anorganischem Arsen beitragen. Das BfR begrüßt daher den Beschluss der Europäischen Kommission, auf europäischer Ebene Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Reis und Reisprodukten einzuführen. Mittlerweile wurde Höchstmengen für Reis und Reisprodukte mit der Verordnung zur Änderung der EU Verordnung (EU) 2015/1006 vom 25.06.2015 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 hinsichtlich der Höchstgehalte für anorganisches Arsen in Lebensmitteln erlassen.

Das BfR empfiehlt auf Grund der bestehenden Situation Produkte wie Reiswaffeln oder Reisflocken/Reisbrei nur in Maßen zu konsumieren und mit Produkten, die auf anderen Getreidearten basieren, abzuwechseln. Eltern wird empfohlen, ihre Säuglinge und Kleinkinder nicht ausschließlich mit reisbasierten Getränken wie Reismilch oder Beikost wie Reisbrei zu ernähren. Verbraucherinnen und Verbraucher, die an Zöliakie erkrankt sind oder auf Gluten mit gesundheitlichen Beschwerden reagieren, sollten bei der Wahl von glutenfreien Getreiden eine einseitige Ausrichtung auf Reis und Reisprodukte vermeiden. Dennoch betont das BfR, dass Reis weiterhin Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein sollte, jedoch unter den verzehrten Getreidearten abgewechselt werden sollte.

► www.bfr.bund.de (Start > Presse > Presseinformationen > 2015 > Reis und Reisprodukte enthalten viel anorganisches Arsen) vom 11.06.2015
► Amtsblatt der EU Nr. L 161 vom 26.06.2015, S. 14

Bild: www.pixelio.de

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