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Montag, 25 April 2016

Bier: Hopfen zeigt krebshemmende Wirkung

QM & QS | Gesundheit

Bier: Hopfen zeigt krebshemmende Wirkung
© Timo Klostermeier / www.pixelio.de

Hopfen ist einer der Grundbestandteile des Bieres und sorgt für den leicht bitteren Geschmack. Gleichzeitig wird die Haltbarkeit des Getränkes verbessert. Aufgrund seiner beruhigenden und Schlaf fördernden Wirkung wird Hopfen seit Jahrhunderten als „Heilpflanze“ geschätzt.

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Hopfen viele sekundäre Pflanzenstoffe enthält, von denen sich einige potenziell positiv auf die Gesundheit auswirken sollen. Für einige Inhaltsstoffe des Hopfens haben Wissenschaftler sogar eine krebshemmende Wirkung nachgewiesen. So konnten Wissenschaftler der Universitätsklinik Tübingen in Laboruntersuchungen nachweisen, dass spezifische Prenylflavonoide das Immunsystem stimulieren und so zur Abtötung von Krebszellen beitragen können. Damit öffnen sich Möglichkeiten, derartige Stoffe eines Tages in der Krebsprävention und -therapie einzusetzen.

Das Problem liegt allerdings darin, dass der Körper Hopfeninhaltsstoffe nicht oder nur in geringem Maße aufnimmt. Dieses bedeutet, dass die im Labor entdeckte krebshemmende Wirkung sich nicht automatisch auch in einem Organismus zeigt. Es ist daher entscheidend, die Bioverfügbarkeit dieser Stoffe, d. h., die Transportwege in den Körper hinein, zu untersuchen und Wege zu finden, mit denen die Aufnahmerate erhöht und die volle Wirkung auf die Gesundheit entfaltet werden können.

Zur Erhöhung der Bioverfügbarkeit hat eine Arbeitsgruppe um den Ernährungswissenschaftler Prof. Jan Frank von der Universität Hohenheim zu einem Trick gegriffen: Sie verpacken die fettlöslichen Prenylflavonoide in sogenannte Mizellen und erhöhen auf diese Weise ihre Löslichkeit. Auch natürlicherweise dienen Mizellen als Transportvehikel für die Aufnahme fettlöslicher Nährstoffe im Darm. Mithilfe von Gallensäure als Emulgatoren werden die Substanzen umschlossen und in den Organismus eingeschleust. Da sich derartige Mizellen auch künstlich nachbauen lassen, soll die für andere fettlösliche Stoffe wie Curcumin bereits erfolgreiche Strategie des „Verpackens“ in Mizellen auch für Prenylflavonoide umgesetzt werden.

Die Erkenntnisse der Forschungen sollen dazu dienen, die optimale Verabreichungsform zu ermitteln, beispielsweise als Hopfenextrakt oder Reinsubstanz oder auch als alkoholfreies, angereichertes Bier oder in Kapselform. Vor einem Trugschluss warnen die Forscher allerdings ausdrücklich: Täglich ein Bier kann trotz der enthaltenen Pflanzenstoffe nicht automatisch vor Krebs schützen. Die Gefahren durch chronischen Alkoholkonsum übersteigen deutlich die potenziellen und positiven Wirkungen der einzelnen untersuchten Hopfeninhaltsstoffe!

Quellen:
► Ärzte Zeitung vom 12. April 2016: www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/908882/tumor-hopfeninhaltsstoffen-krebs.html
► Universität Hohenheim vom 11. April 2016: www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?&tx_ttnews[tt_news]=31398&cHash=ece504b888

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