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Freitag, 10 Juli 2015

Antibiotikaresistenz: Forscher finden Ursache

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Antibiotikaresistenz: Forscher finden Ursache
© Andreas Dengs www.photofreaks.ws / pixelio.de

Forscher um Jan Michiels (University of Leuven) haben eine Möglichkeit entdeckt, wie Bakterienzellen die Behandlung mit Antibiotika überleben. Laut den Forschern überleben Bakterienzellen häufig dadurch, dass sie sich in einen Ruhezustand begeben, der es ihnen ermöglicht, sich vor ihren Angreifern zu verstecken. Dieser Ruhezustand wird durch bakterielle Toxine ausgelöst, die wichtige Vorgänge im Inneren der Zelle deaktivieren. Dazu gehören die Produktion von Energie und die Synthese von Proteinen. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf die Aktivität des Gens „Obg“, das für viele Vorgänge in der Zelle verantwortlich ist ‒ dazu gehören die Protein- und die DNA-Synthese.

Obg löst auch einen Ruhezustand aus, wenn die Energiewerte gering sind. Die Rolle von Ogb wurde bei Escherichia coli und Pseudomonas aeruginosa analysiert. Sie wurden zwei Antibiotika ausgesetzt, welche die Protein- und die DNA-Synthese zum Erliegen bringen. Der Analyse zufolge schützten höhere Obg-Werte beide Bakterien vor Antibiotika. Laut Michiels liegt damit nahe, dass ein verbreiteter Mechanismus zur Entstehung von gegen Antibiotika unempfindlichen Bakterien vorliegt. Bei E. coli erhöhte Ogb die Werte des giftigen Moleküls HokB ‒ HokB schädigte die Membranen der Bakterien, indem es darin winzige Löcher bohrte. Auf diese Weise wurde die Energieproduktion gestoppt und ein Ruhezustand ausgelöst. HokB wurde bei P. aeruginosa jedoch nicht nachgewiesen. Wurde das Molekül entfernt, schützte Ogb die Bakterien vor Antibiotika.

► Pressetext.Redaktion vom 08.06.2015
► http://kuleuven.be
► http://cell.com/molecular-cell

Bild: www.pixelio.de

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