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Donnerstag, 06 August 2015

ADHS: Pyrethroid-Pestizide in Verdacht

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ADHS: Pyrethroid-Pestizide in Verdacht
© Andreas Zöllick / www.pixelio.de

Pyrethroide sind synthetische Insektizide, billig und in großen Mengen herstellbar ‒ sie gelten für Menschen gemeinhin als wenig giftig. Pyrethroide sind hierzulande besonders in Haushaltsartikeln zur Schädlingsbekämpfung enthalten – beispielsweise gegen Motten, Käfer oder Kopfläuse. Wissenschaftler um Dr. Tanya Froehlich (Cincinnati Children`s Hospital) konnten aber einen Zusammenhang zwischen Pyrethroiden und dem Auftreten von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) herstellen. Tierstudien hatten bereits Hinweise darauf gegeben, dass Pyrethroide vermehrt zu Hyperaktivität, Impulsivität und zu Veränderungen im hormonellen System (beispielsweise bei Dopamin) führen. Die Forscher untersuchten anhand der Daten von 687 Kindern im Alter von acht bis 15 Jahren, die 2000 bis 2001 an einer großen Studie teilgenommen hatten, inwiefern sich dieses bei Menschen auswirkt. Alle Kinder waren in einem diagnostischen Interview eingehend zu möglichen Symptomen von ADHS befragt worden. Zusätzlich wurde stichprobenartig der Urin auf 3-PBA (Abbauprodukt des Körpers von Pyrethroiden) untersucht. Jungen mit messbaren 3-PBA-Werten im Urin zeigten drei Mal häufiger Anzeichen von ADHS im Vergleich zu solchen, bei denen keine Rückstände gefunden wurden. Dabei galt: Je mehr 3-PBA, desto stärker zeigten die Jungen Symptome ‒ vor allem Hyperaktivität und Impulsivität. Bei Mädchen konnten die Forscher dagegen keinen Zusammenhang nachweisen. Laut Studienleiterin Dr. Froehlich kann das Ergebnis der Studie aber nur einen ersten Verdacht liefern, denn es wurde nur auf eine einzelne Urinprobe zurückgegriffen ‒ Messungen zu verschiedenen Zeitpunkten würden ein genaueres Bild liefern.

► NetDoktor vom 03.06.2015
► Environmental Health (2015, 14 (1), DOI: 10.1186/s12940-015-0030-y)

Weitere Informationen finden Sie im Praxisleitfaden: Neue Gefahren und alte Bekannte.

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