
HACCP-Frage der Woche
Wozu verwendet man den HACCP-Entscheidungsbaum?

Wozu verwendet man den HACCP-Entscheidungsbaum?
Als Reaktion auf den EHEC-Ausbruch im Mai 2011 hat die Kommission vier Verordnungen zum Schutz vor künftigen möglicherweise von Sprossen ausgehenden Gefahren erlassen. Dabei berief sich die Kommission auf das wissenschaftliche Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) über die Risiken durch Shiga-Toxin bildende Escherichia coli (STEC) und andere pathogene Bakterien in Samen und Keimlingen.
Der Hygienecheck soll Teil des IFS Food Standards werden und auf freiwilliger Basis zusätzlich zum IFS Standardaudit durchgeführt werden.
Diverse Skandale im Zusammenhang mit der Lebensmittelbranche haben bis heute weitreichende Konsequenzen: Behörden kontrollieren nun stärker und die Belastbarkeit der Ergebnisse aus Zertifizierungsaudits wird hinterfragt. Um die Lebensmittelsicherheit in der Backbranche sowie die Aussagekraft von IFS Food-Audits sicherzustellen, haben der IFS und der Verband Deutscher Großbäckereien daher im Herbst 2012 ein Pilotprojekt zu unangekündigten IFS Food-Hygieneaudits durchgeführt. Die ersten Ergebnisse präsentierte der Geschäftsführer des International Featured Standards und stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp im Rahmen des Food Safety Kongresses am 24. April 2013 in Berlin.

Was sollten tägliche Hygiene-Checks im Rahmen des HACCP-Systems alles beinhalten?
Der neue DNA-Test „All-Food-Seq“ kann alle möglichen Zutaten oder Verunreinigungen biologischen Ursprungs aufspüren und quantitativ abschätzen. Der von dem Molekulargenetiker Thomas Hankeln und dem Bioinformatiker Bertil Schmidt (beide Universität Mainz) entwickelte „All-Food-Seq“ kann durch den Rückgriff auf eine riesige DNA-Datenbank auch solche Zusätze oder Kontaminationen nachweisen, die der Untersucher gar nicht erwartet und nach denen dieser mit den bisherigen Testmethoden gar nicht suchen würde.
► Deutsche Apotheker Zeitung vom 09.04.2013
Der IFS feiert Geburtstag. Seit zehn Jahren werden IFS-Standards auditiert und IFS-Zertifikate vergeben.
„Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat sich der IFS zu einer international akzeptierten Standardfamilie entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 13.400 Zertifikate nach den fünf IFS-Standards Food, Logistics, Broker, Cash&Carry/Wholesale und Household and Personal Care (HPC) in über 96 Ländern erteilt“, so Geschäftsführer Stephan Tromp.

Gibt es Ausnahmen von der Verpflichtung zu HACCP?
Zum IFS Food Version 6 sind von der IFS Management GmbH zwei neue IFS Dokumente verfügbar:
IFS Erratum: dieses Dokument spezifiziert alle Korrekturen, die im IFS Food v6 Standard vorgenommen werden müssten
IFS Doktrin: dieses Dokument liefert zusätzliche Erklärungen zu diversen Anforderungen des IFS Food v6 Standards.
Diese Dokumente sind unter der Versionsnummer 2 veröffentlicht, da die Version 1 (Veröffentlichung Januar 2013, nur auf Englisch) noch geringfügig aktualisiert werden musste.
► Inklusive Download des IFS Erratums und der IFS Doktrin

Ab welcher Betriebsgröße muss HACCP umgesetzt werden?
Das ZDF-Magazin „WISO“ hat bei einer Stichprobe erhöhte Keimzahlen in Hackfleischprodukten von drei Supermärkten gefunden. In zwei Fällen hat ein Labor des TÜV Rheinland deutlich erhöhte Werte von Enterobakterien (z. B. Escherichia coli) in gemischtem Hack analysiert.
Die niederländischen Behörden haben rund 50.000 Tonnen Fleisch aus mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, vom Markt zurückgerufen. Das Fleisch sei möglicherweise mit nicht-deklariertem Pferdefleisch vermischt, teilte die Kontrollbehörde für Nahrungsmittel am Mittwoch in Utrecht mit. Die Herkunft des Fleisches sei unklar, die Sicherheit könne daher nicht garantiert werden. Es gebe aber zurzeit keine konkreten Hinweise auf Gefahren für Menschen.

Was versteht man unter den Grundsätzen des HACCP?

Vier Jahre nach dem Skandal um verseuchte Milchprodukte in China hat ein internationales Forscherteam um Xiaojiao Zheng (Jiaotong-Universität in Shanghai) eine mögliche Ursache der schweren Nierenschäden bei Kindern ermittelt. Demnach wandeln bestimmte Keime im Darm die Industriechemikalie Melamin in den wesentlich gefährlicheren Stoff Cyanursäure um. Allerdings ist Melamin selbst nicht extrem giftig.
Eine Produkterpressung ist eine erpresserische Forderung, die in der Regel an ein Wirtschaftsunternehmen gestellt wird. Für den Fall der Nichtbefolgung gestellter, in der Regel geldwerter Forderungen, werden Sabotagen an Produkten in Aussicht gestellt, welche von Dritten in eine sachlich nähere Verbindung zum Opferunternehmen gebracht werden.
Wundinfektionen nach Operationen sind nach einer Studie des Universitätsklinikums Jena die häufigsten im Krankenhaus auftretenden Infektionen. Mehr als jede vierte innerhalb eines Jahres von Jenaer Patienten während des Klinikaufenthalts erworbene Infektion geht auf Bakterien in Wunden zurück. An zweiter Stelle stehen Atemwegsinfektionen, gefolgt von Sepsis-Fällen. In der Großstudie hatte das Klinikum innerhalb eines Jahres rund 38.000 Patienten systematisch auf Krankenhauskeime untersucht.